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KI-Briefing.de - Ausgabe #8

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KI-Briefing.de

16. November · Ausgabe #8 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Yeeeeeeeeeeaaaaaaaaahhhhhhhhhh!
Deutschland hat eine KI-Strategie, yeah! Und noch eine andere Meldung aus dieser Woche: Die Google-Schwesterfirma Waymo, die spezialisiert ist auf selbstfahrende Autos, will in wenigen Wochen einen Robotaxi-Service starten. Das heißt: Hierzulande haben wir nun endlich einen Plan, wie wir am weltweiten KI-Wettrennen mitmachen wollen; woanders rennen sie schon eine ganze Weile und schicken vielleicht schon im Dezember, spätestens 2019 von KI gesteuerte Taxis durch die US-Stadt Phoenix. 2019! Das ist zwar noch Zukunft - aber die beginnt in ein paar Wochen.
Umso besser, dass die Bundesregierung einen Plan hat, besser spät als nie. Ich vermute, Sie haben die wichtigsten Nachrichten zur KI-Strategie (3 Mrd. Euro bis 2025) und Kritiken (viel zu wenig Geld, vor allem im Vergleich zu China) längst gelesen (ein paar Meldungen haben wir für Sie unten auch noch mal zusammengefasst). Darum hier meine drei Punkte, die ich an der KI-Strategie der Bundesregierung gut finde:

  • Die Regierung war verhältnismäßig fix, endlich mal, nach jahrelanger Behäbigkeit. Innerhalb weniger Monate und unter Einbeziehung mehrerer Ministerien liefert sie ein Ergebnis. Jetzt muss der Plan auch umgesetzt werden. Anfang 2020 will die Regierung die Strategie überprüfen. Die KI-Welt ändert sich schnell, darum bin ich sehr für ein agiles Anpassen der Maßnahmen und weitere Investitionen.
  • 100 Professuren! Das lockt hoffentlich Talente. Die Herausforderung wird sein, KI-Köpfe dauerhaft an den Universitäten und in den Unternehmen zu halten. Das hat auch viel mit dem Gehalt zu tun, hier müssen Lösungen her.
  • KI-Trainer für den Mittelstand, mehr Fördergeld für Gründerinnen und Gründer, Unterstützung für Wagniskapital - es ist dringend notwendig, dass KI mehr praktische Anwendung findet. Dafür brauchen wir Unternehmerinnen und Unternehmer.
Ich wünsche uns allen viel Erfolg beim Aufbruch ins KI-Zeitalter und heute einen guten Start ins Wochenende.
Bleiben Sie schlau, herzlichen Gruß, Ihr Nikolaus Röttger
KI-Strategie der Bundesregierung
3 Milliarden Euro: So viel Geld will die Bundesregierung bis 2025 in den Bereich Künstliche Intelligenz investieren, wissen Sie schon, aber: Hier ist das Papier noch mal zum Nachlesen als PDF.
Meinungen: Tagesspiegel-Autorin Sonja Álvarez gehen die Pläne der Bundesregierung beim Thema KI nicht weit genug. Ihr fehlen konkrete Lösungen zur besseren Bezahlung von KI-Spitzenforschern, wie sie in ihrem Beitrag schreibt. Dafür sei eine Anpassung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst notwendig.
Netzpolitik.org-Autorin Chris Köver ist die Strategie Künstliche Intelligenz an einigen Stellen ebenfalls zu unkonkret. Die Anonymisierung personenbezogener Daten will die Regierung unter anderem fördern. Wie sie das machen will, werde aber nicht beschrieben, kritisiert Köver. So nenne das Papier zwar wichtige Punkte, um die Debatte KI in Deutschland anzustoßen. Entscheidend sei allerdings, konkrete Vorschläge zu erarbeiten, wie die Ziele der Regierung erreicht werden könnten.
Für Deutsche-Welle-Korrespondentin Maximiliane Koschyk ist das Papier “der erste wichtige politische Impuls, den die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode gesetzt hat”. Allerdings sei ausgerechnet ein so wichtiges Thema wie die militärische Nutzung von KI unzureichend beschrieben worden. Hier müsse sich Deutschland deutlicher positionieren, weil es “um die Deutungshoheit und die Festlegung von Standards einer Technologie” gehe, “die Gesellschaftsordnungen global verändern könnte”. Den kompletten Kommentar finden Sie hier.
Wirtschaft
Datenschutz: Google will Teile seines KI-Unternehmens Deepmind mit Google Health zusammenlegen. Deepmind hatte eine App entwickelt, mit der Ärzte und Schwestern in Krankenhäusern Patientendaten verwalten können. Das Programm nutzt Daten aus Patientenakten des National Health Service (NHS). Datenschutzaktivisten sind von Googles Plänen nicht begeistert. Die Zusammenlegung von Deepmind und deren App mit Google Health sei “absolut inakzeptabel”, zitiert der britische Independent den untenstehenden Tweet der Datenschützerin und Juristin Julia Powles.
Julia Powles
This is TOTALLY unacceptable. DeepMind repeatedly, unconditionally promised to *never* connect people's intimate, identifiable health data to Google. Now it's announced...exactly that. This isn't transparency, it's trust demolition https://t.co/EWM7lxKSET (grabs: Powles & Hodson) https://t.co/3BLQvH3dg1
7:49 PM - 13 Nov 2018
Gesellschaft
Überwachung: In der letzten Ausgabe des KI-Briefings berichteten wir über den sozialen Super-Score Chinas, der das Verhalten der Bürger bewertet. Die deutsche Ausgabe der WIRED schreibt, so etwas sei durchaus auch bei uns denkbar. Eine Expertengruppe sehe die Gefahr allerdings nicht von staatlicher Seite. Vielmehr sei zu befürchten, dass ein umfassendes Bewertungssystem von der Privatwirtschaft installiert werde. 
KI-Journalismus: In China könnte künftig ein virtueller Moderator mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz die Fernsehnachrichten moderieren. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua habe ein Programm vorgestellt, mit dem das möglich sein soll, schreibt die Süddeutsche. „Die Entwicklung des Programms ist auch ein Eingeständnis, dass in China die Journalisten schon lange nicht mehr unabhängig sind, sondern Sprachrohr der Regierung.“ 
KI-Doktor: KI-Programme zum Ausprobieren hat die Computerbild diese Woche vorgestellt. Darunter die Diagnose-App Ada Health, die anhand von körperlichen Symptomen Einschätzungen zu möglichen gesundheitlichen Problemen gibt. Und die Chatbot-App Replika, die zu einem Doppelgänger des Nutzers wird. Mehr KI-Anwendungen gibt es hier. 
Forschung
KI-Designer: Die NASA und das Softwareunternehmen Autodesk haben mit Hilfe einer KI ein Mondlander-Design entworfen. Das Fahrzeug sieht aus wie eine aus Metall gewebte Spinne, schreibt The Verge in einem Artikel. Ob der Lander jemals gebaut wird? Man weiß es nicht. Fest steht: Die NASA will weit entfernte Monde wie Europa und Enceladus erkunden. Der KI-Lander könnte ihr dabei helfen.
DeepMasterPrints: Forscher haben eine KI entwickelt, die künstliche Fingerabdrücke erstellt. Das berichtet Heise in einem Artikel. Die Abdrücke seien eine Art Generalschlüssel, mit der sich etwa Smartphones entschlüsseln ließen. Die Forscher bezeichneten die Fingerabdrücke als DeepMasterPrints. Bei Tests mit drei Fingerabdruckscannern funktionierten die künstlichen Fingerabdrücke um ein Vielfaches besser als zufällig gewählte, reale Fingerabdrücke.
Longread
Auffassungsgabe: Eine der größten Schwächen Künstlicher Intelligenz? Der Mangel an gesundem Menschenverstand. Wie Forscher weltweit daran arbeiten, neuronalen Netzwerken eine menschliche Intelligenz mit abstraktem Denken beizubringen, wird in einem Artikel der US-WIRED beschrieben. Einer der einprägsamsten Sätze in diesem Beitrag: “Wir haben bereits Menschen, die wie Menschen denken können; vielleicht ist der Wert von intelligenten Maschinen, dass sie uns völlig fremd sind.”
Mitarbeit: Steve Haak
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