Profil anzeigen

KI-Briefing.de - Ausgabe #73

Revue
 
 
22. September · Ausgabe #73 · Im Browser ansehen
KI-Briefing.de
Guten Tag zum neuen KI-Briefing.de.
Es gibt ja inzwischen zahlreiche Boards und Gremien, die sich mit den ethischen Fragen von KI beschäftigen. Das sei ja alles gut gemeint, aber:
Too many councils and advisory boards still consist mostly of people based in Europe or the United States.
So argumentieren zwei Forscher des Montreal AI Ethics Institute in einem aktuellen Artikel der MIT Technology Review. Sie fordern mehr Vielfalt und Diversität in den Ethik-Beratungsgremien.
Dass Algorithmen diskriminieren können, zeigt aktuell ein Fall auf Twitter. Dort hat ein User ein Foto der amerikanischen Politiker Barack Obama und Mitch McConnell hochgeladen. Das automatische Vorschaubild, das Twitter generiert, zeigt in den Versuchen stets McConnell, nicht Obama. Twitter will den eigenen Algorithmus nun untersuchen, wie Spiegel-Redakteur Max Hoppenstedt berichtet.
Vor wenigen Wochen durfte ich dem neu gestarteten Cyber-Podcast ein Interview geben. Jetzt ist die Folge veröffentlicht worden, die Sie bei Interesse hier hören können. Ich spreche über KI in Deutschland, aber auch ausführlich über GPT-3, die Sprach-KI des US-Unternehmens OpenAI, die zuletzt für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat. Auch wir hatten im KI-Briefing darüber berichtet. Der Guardian veröffentlichte Anfang des Monats einen viel beachteten und von GPT-3 verfassten Text namens A robot wrote this entire article. Are you scared yet, human?“. Kurz darauf folgte eine Einordnung in einem Follow-Up mit dem Titel A human wrote this article. You shouldn’t be scared of GPT-3, das ich Ihnen heute empfehlen möchte:
These machines do not have will, they do not have originality and they cannot claim authorship. In fact, this week’s “robot authored” op-ed was a human affair from beginning to end. It was human beings who selected the prompt for the piece. As noted at the end of the op-ed, GPT-3 was instructed “Please write a short op-ed around 500 words. Keep the language simple and concise. Focus on why humans have nothing to fear from AI.” Then, it was told who it was, what humans thought about it, what we feared and what we wanted.
Außerdem möchte ich Sie auf einen ausführlichen Text aus der Wired hinweisen: Autor Clive Thompson berichtet in einem Longread, wie Youtube mithilfe von AI versucht, gegen Verschwörungstheorien vorzugehen.
Bleiben Sie schlau, eine erfolgreiche Woche,
Ihr Nikolaus Röttger
Aktuelle KI-Meldungen
Nicht überall, wo KI draufsteht, ist auch KI drin, schreibt die Süddeutsche. „In 80 Prozent der Fälle, in denen ich etwas über KI lese, sind das einfach nur falsche Informationen“, zitiert das Magazin einen KI-Forscher der Universität von Kalifornien in Berkeley. Oft handele es sich bei KI-Systemen lediglich um einfache Datenanalyse.
An einem niedersächsischen KI-System zur Bekämpfung von Kinderpornografie haben 13 Bundesländer Interesse. Das sagte der Präsident des Landeskriminalamts Niedersachsen, Friedo de Vries der dpa, wie Heise berichtet. Acht Länder setzten das System bereits ein.
Einen Algorithmus zur Schätzung von Teilnehmerzahlen auf Großveranstaltungen hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt. Das System könne dabei helfen, Corona-Auflagen einzuhalten, schreibt das DLR. Das System analysiere Fotos von Versammlungen und gebe in Echtzeit an, wie viele Menschen daran teilnehmen.
Der TÜV-Verband fordert in einer Mitteilung eine gesetzliche Regulierung von KI-Anwendungen. Nur so könnten die Sicherheit von Menschen und der Umweltschutz gewährleisten werden, heißt es. KI-Systeme sollten in Risikoklassen eingeteilt und nach ihrem Gefährdungspotenzial reguliert werden.
Verhaltensbiologen könnten künftig Bilderkennungssoftware nutzen, um Vögel zu studieren, schreibt Deutschlandfunk Kultur. Bisher müssen Biologen die Tiere einfangen und beringen. Mit der Software ließen sich mehr Daten in kürzerer Zeit sammeln.
Immer mehr junge Menschen sind hierzulande der Meinung, dass KI die Art und Weise künftiger Arbeit verändern und neue Berufsbilder schaffen wird, schreibt die Süddeutsche und beruft sich auf eine Studie des Software-Unternehmens Kaspersky. Demnach befürchteten die Befragten, dass insbesondere Verkäufer, Taxi- und Busfahrer sowie Börsenhändler von Künstlichen Intelligenzen verdrängt werden könnten.
Die politischen Rahmenbedingungen für KI haben sich in Deutschland im Vergleich zum vergangenen Jahr verschlechtert. Das sagte Matthias Wahl, Präsident des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW), dem Handelsblatt. Der BVDW hatte zusammen mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) den sogenannten KI-Monitor vorgelegt. Das Ergebnis des Gutachtens, der jährlich die Entwicklung und Rahmenbedingungen hierzulande prüfen soll, sei alarmierend, sagte Wahl.
Der WHO-Chatbot im Facebook Messenger arbeitet jetzt auch mit Natural Language Understanding (NLU), berichtet die Organisation auf ihrer Seite. Dadurch könnten Nutzer ihre Fragen in „natürlicher Sprache“ eingeben, um Gesundheitsinformationen, Ratschläge und Anleitungen zu COVID-19 zu erhalten.
Mitarbeit: Steve Haak
Hat Dir diese Ausgabe gefallen?
Wenn Du keine weiteren Ausgaben mehr erhalten möchtest, kannst Du den Newsletter hier abbestellen.
Wenn Dir dieser Newsletter weitergeleitet wurde und er Dir gefällt, kannst Du ihn hier abonnieren.
Powered by Revue