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KI-Briefing.de - Ausgabe #60

Revue
 
 
24. Februar · Ausgabe #60 · Im Browser ansehen
KI-Briefing.de
Hallo zum neuen KI-Briefing.de.
Heute haben wir für Sie eine Spezialausgabe mit Pressestimmen zur Digitalstrategie der EU zusammengestellt.
Das Ziel der KI-Strategie, die die EU-Kommission vergangene Woche vorgestellt hat: Europa soll beim Wettrennen um neue Technologien endlich den Anschluss zu den USA und China schaffen. Das soll mit mehr Investitionen in KI als bisher erreicht werden. Außerdem sollen Konzerne aus den USA und China strenger reguliert werden. Und man will EU-weite Pools zum Austausch von Daten untereinander schaffen.
Anbei noch zwei Lesetipps:
  • US-Wissenschaftler haben per KI ein neues, vielversprechendes Antibiotikum entdeckt, berichtet SPON. Es „funktioniert nach einem vollkommen anderen Wirkprinzip als bislang bekannte antibakterielle Stoffe und tötet einige der gefährlichsten Erreger weltweit ab.“
  • Das gehypte Unternehmen OpenAI erhielt Kapital unter anderem von Elon Musk und im vergangenen Jahr noch mal 1 Milliarde US-Dollar von Microsoft. Nun berichtet die Technology Review erstmals sehr ausführlich über die Firma und ihre Mission. Ein sehr lesenswerter Beitrag.
Bleiben Sie schlau, herzliche Grüße,
Ihr Nikolaus Röttger
Die KI-Briefing-Presseschau zur EU-Digitalstrategie
So vielfältig wie die Pläne der Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sind auch die Kommentare zur KI-Strategie.
Die Strategie könne „nicht verbergen, dass sie in Eile entstanden ist“, kommentiert die Neue Zürcher Zeitung. Vieles sei noch sehr vage formuliert. Dennoch zeige die Bekanntmachung, „in welche Richtung die Kommission im Umgang mit künstlicher Intelligenz und mit Daten gehen will“.
So ähnlich sieht das auch das Handelsblatt: Das ehrgeizige Vorhaben setze zwar die richtigen Akzente. Viele Aspekte wie ein konkreter Zeitplan und ein angemessenes Budget blieben jedoch unklar.
Auch die Börsen-Zeitung kritisiert: Wie bei der EU-Klimastrategie „weiß zurzeit noch niemand, wie viel Haushaltsmittel für die strategische Agenda überhaupt zur Verfügung stehen“. Trotzdem sei es wichtig, wenn die EU ihre Pläne schnell mit konkreten Gesetzesinitiativen untermauern würde.
Der Mannheimer Morgen sieht in der Digitalstrategie vor allem das Potenzial, die Verbraucherrechte in der EU zu stärken: In den Papieren wimmele es nur so von Zusagen, das Vertrauen der Menschen gewinnen zu wollen, schreibt das Blatt. Das könne funktionieren, „wenn es gelingt, die Konzerne dafür einzuspannen, die Entwicklung zu unterstützen, Regulierung nicht als ökonomische Bremse misszuverstehen“.
Die FAZ schreibt: In einigen Bereichen könnte eine „Regulierung der KI sogar erst zum Durchbruch verhelfen“. Manche Firmen nutzen KI zum Beispiel bereits, um Kredite oder Arbeitsplätze zu vergeben. Durch eine entsprechende Regulierung könne eine solche Software nachvollziehbar und diskriminierungsfrei werden.
Auch die internationale Presse hat die Digitalstrategie der EU kommentiert.
Forbes bezeichnet den 19. Februar 2012 als „Europas digitalen Unabhängigkeitstag“. Die EU-Kommission scheine entschlossen zu sein, einen umfassenden, aber angemessenen Rechtsrahmen für KI zu schaffen. Mit der Verabschiedung der Strategie habe die EU ihre Würfel geworfen. „Alea iacta est: Es gibt kein Zurück.“
Die New York Times schreibt: Die EU hat Vorschläge gemacht, wie sie ihre digitale Wirtschaft stärken will und gleichzeitig verhindern kann, dass sie von ausländischen Konzernen abhängig ist. Nur haben die Vorschläge das Problem klarer aufgezeigt als konkrete Lösungen angeboten.
Das US-Nachrichtenmagazin Time kommentiert: Es sei klar, dass Europa eine echte regulatorische Supermacht ist. Was es jedoch nicht ist: eine technische Supermacht. „Europa hat nicht die Silicon-Valley-Technologietitanen und nicht die staatliche Kontrolle über den Kapitalismus, um seine eigenen Tech-Konzerne so auszubauen, wie es Peking in den letzten Jahren getan hat.“ Darum sei die technische Regulierung die größte Hoffnung Europas, seine geopolitische Relevanz im 21. Jahrhundert wiederzubeleben.
Weitere Meldungen
EU-Kommissarin Margrethe Vestager fordert von den EU-Mitgliedsstaaten mehr Engagement bei der Digitalisierung, sagte sie der Süddeutschen Zeitung. Zum Beispiel wünsche sie sich einen „einheitlichen europäischen Markt für KI-Produkte, mit dem Europa attraktiv für Startups werden könnte“. 
Bosch will 20.000 Mitarbeiter in den nächsten zwei Jahren fit für die Entwicklung und Verwendung von KI machen, schreibt Konzernchef Volkmar Denner in einem Gastartikel für das Handelsblatt. Der technologische Wandel setze Firmen voraus, „die strategisch die digitale Transformation mit gezielter Personal- und Bildungspolitik gestalten.
Mit einem schwarzen Isolierband haben Sicherheitsforscher die KI in zwei Tesla-Modellen ausgetrickst, schreibt Heise. Die McAfee-Forscher täuschten durch Verändern eines Tempolimitschildes die Bilderkennung der Autos, die statt 35 Meilen pro Stunden plötzlich mit 85 mph fuhren.
Eine KI erkennt mögliche gefährliche Asteroiden, schreibt die Frankfurter Rundschau. Der Algorithmus sei von Forschern der Universität Leiden in den Niederlanden entwickelt und mit Daten von zahlreichen echten und simulierten Asteroiden trainiert getestet worden.
Longread
Wie realistisch ist das Ziel der Bundesregierung, 100 KI-Experten nach Deutschland zu locken, um dem Land einen Innovationsschub zu geben? Das fragt sich Zeit-Autorin Katharina Menne. Sie hat den ersten und bisher einzigen der 100 KI-Experten befragt. Peter Dayan ist seit wenigen Wochen am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen beschäftigt.
Mitarbeit: Steve Haak
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