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KI-Briefing.de - Ausgabe #58

Revue
 
 
10. Februar · Ausgabe #58 · Im Browser ansehen
KI-Briefing.de
Liebe Leserinnen, liebe Leser.
Vergangene Woche fuhr ich einmal quer durch Deutschland und verließ die Autobahn jedesmal, noch bevor ich den Stau, der gleich kommen sollte, überhaupt sehen konnte. Google Maps sei Dank. Der Kartendienst zeigte mir früh eine alternative Route.
15 Jahre wird Google Maps alt. Inzwischen kann der Dienst mit Hilfe Künstlicher Intelligenz sogar bei der Parkplatzsuche unterstützen und wird immer besser. Dank Entwicklungen wie Maschinellem Lernen sind allein im vergangenen Jahr so viele Gebäude zu Google Maps hinzugefügt worden wie in den gesamten zehn Jahren zuvor. Längst ist Google Maps ein digitaler Zwilling unserer Welt, den ich fast täglich nutze. Meistens gar nicht fürs Autofahren, sondern um zu sehen, wie ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln am besten durch Berlin oder München komme.
Man könnte also sagen: Ich folge längst den Empfehlungen eines Algorithmus. Oder auch: „Wer sagt hier eigentlich wem, wo es langgeht?“ Diese Frage stellt der Digitalunternehmer Stephan Noller in einem Gastbeitrag für Zeit Online. Er schildert, wie er im Frankreich-Urlaub plötzlich eine andere Route als gewohnt vorgeschlagen bekam – nur um später zu merken, dass Google Maps ihn dauernd um Straßenblockaden streikender Bauern herumgefahren hat. Noller stellt eine Frage, über die es sich durchaus nachzudenken lohnt: „Doch was bedeutet das eigentlich für unsere Gesellschaft, wenn ein Algorithmus entscheiden kann, dass ein Streik ins Leere läuft? “
Fest steht: Algorithmen verändern längst unser Miteinander, sogar ohne dass wir es merken. Dessen sollten wir uns bewusst sein. Bleiben Sie schlau, herzliche Grüße, Nikolaus Röttger

KI in Zahlen
Eine Milliarde US-Dollar: So viel will die US-Regierung in den kommenden zwei Jahren zusätzlich in KI stecken, berichtet Reuters. Bislang seien 973 Millionen US-Dollar vorgesehen gewesen. Laut einem Berater des Weißen Hauses solle das Budget sicherstellen, „dass Amerika in kritischen Technologien wie KI und Quantum weiterhin weltweit führend ist“. Amerikas wirtschaftliche Stärke und nationale Sicherheit hänge davon ab.
Longread
Sie lieben Naturwissenschaften, insbesondere Mathe? Dann erfüllen Sie laut des Karriereportals The Ladder eine von fünf wichtigen Grundvoraussetzungen für einen Job in der KI-Branche. Und es lohne sich, eine Karriere in dem Bereich zu starten, schreibt das Portal. Denn hier seien nicht nur die Gehälter viel höher als der Durchschnitt. Auch die Zukunftsaussichten seien rosig, denn die Branche brauche immer mehr qualifizierte Arbeitskräfte.
Weitere Meldungen
Die Axel Springer Akademie nimmt KI in den Lehrplan auf. Die Schüler sollen sich unter anderem mit der Anwendung von Künstlicher Intelligenz im Journalismus auseinandersetzen, teilt der Medienkonzern mit.
KI wird die Wirtschaft in den nächsten Jahren stark verändern, sagt MIT-Professor Erik Brynjolfsson im Spiegel-Interview. Deshalb fordere er „ein Umdenken von Arbeitnehmern, Unternehmen und Politik“.
Eine KI hat den Corona-Krankheitsausbruch in China vorausgesagt, schreibt WIRED. Ein Algorithmus der kanadischen Firma BlueDot habe vor dem Ausbruch einer neuen Krankheit im chinesischen Wuhan gewarnt.
Intel macht die Nervana-Abteilung für KI dicht, berichtet Golem. Der Tech-Konzern hatte das Startup vor wenigen Jahren für 400 Millionen US-Dollar gekauft.
Zeitungsverlage setzen bei Berichten über Fußball-Amateurligen auf KI, schreibt der Deutschlandfunk. Das Berliner Startup Retresco habe ein Programm entwickelt, das einfache Spielberichte erstellen könne – bis zu 75.000 Texte seien das an jedem Wochenende.
Baden-Württemberg will einen Innovationspark für KI aufbauen, berichtet die dpa laut der Pforzheimer Zeitung. Ob das Projekt wirklich realisiert werden kann und wo, soll sich frühestens 2021 entscheiden.
Wir müssen endlich die Verantwortung für KI übernehmen, schreibt Wissenschaftsjournalistin Karen Hao in der Technology Review. Denn im vergangenen Jahr habe sich gezeigt, dass Künstliche Intelligenz auch Schaden anrichten könne – und zwar enormen, wenn sie zu hastig angewendet werde.
Auch KI-Texte sind durch Copyright geschützt, schreibt Mixed mit Blick auf ein Urteil eines chinesisches Gerichts. Das habe dem Tech-Unternehmen Tencent eine Entschädigungszahlung zugesprochen, weil eine andere Firma unerlaubt eine Nachricht des Konzerns kopiert hatte, die von einer KI erstellt worden war.
Mitarbeit: Steve Haak
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