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KI-Briefing.de - Ausgabe #55

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KI-Briefing.de

26. November · Ausgabe #55 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Guten Tag zum KI-Briefing.de.
„KI ist die Dampfmaschine unserer Zeit.“ Und: „Wir können es uns nicht leisten, als Zaungäste zuzusehen, wie die USA und China die Märkte aufrollen.“
Die Worte stammen von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Sein Bundesland investiert in KI-Förderprogramme, und das so genannte Cyber-Valley in der Region Stuttgart-Tübingen gehört zu den führenden KI-Forschungsregionen in Deutschland. Dem Grünen-Politiker geht es aber insgesamt nicht schnell genug mit der KI hierzulande. Er habe das Warten auf Berlin satt und versuche nun, das Thema KI in Europa allein voranzutreiben, heißt es in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung mit dem Titel Frustreise nach Paris. Kretschmann war vergangene Woche zu Gesprächen in die französische Hauptstadt gereist, „um das Projekt zumindest auf deutsch-französischer Ebene voranzubringen“.
Unterdessen haben sich in Deutschland mehrere KI-Initiativen zusammengetan: AI4Germany möchte Wirtschaft und Gesellschaft beim Thema KI unterstützen. Zu den Initiatoren gehört unter anderem appliedAI aus München, deren CEO Andreas Liebl in einem Beitrag der Computerwoche die Zielsetzung von AI4Germany erklärt: „Die Kräfte aller Partner zu bündeln, wird Deutschland dabei helfen, in Sachen KI nicht weiter hinter den Supermächten USA und China zurückzufallen.“
Bleiben Sie schlau, herzliche Grüße, Nikolaus Röttger
Wirtschaft
KI und Bruttoinlandsprodukt: Technik und Anwendungen auf KI-Basis könnten die Wirtschaftsleistung in Deutschland enorm anwachsen lassen, schreibt die dpa in einem von Heise veröffentlichten Beitrag. Demnach sei laut einer Studie „ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von über 13 Prozent bis 2025 (im Vergleich zu 2019) realistisch“, wenn in den deutschen Unternehmen KI flächendeckend eingesetzt werde.
KI in Betrieben: „Künstliche Intelligenz beflügelt die Industrie“, schreibt Big-Data-Autorin Ariane Rüdiger. Sie hat Microsofts Envision Forum: Manufacturing in München besucht. Dort stellten sich Microsoft-Partner mit ihren KI-Anwendungen vor. Besonders interessant seien derzeit Optimierungen von Lieferketten in Produktionsstätten, schreibt Rüdiger. Dadurch ließe sich unter anderem das Problem der Lebensmittelverschwendung reduzieren. 
KI-Wettrennen: „Die Firmen im Silicon Valley stehen vor einer großen Herausforderung“, schreibt Die Welt. Sie müssten dafür sorgen, dass ihnen nicht die Ideen ausgingen. Das gelte auch für den Bereich KI. Zwar führten Unternehmen wie Amazon, Google, Apple, IBM, Microsoft und Facebook die technologischen Entwicklungen an. Aber sie bekämen immer mehr Konkurrenz durch chinesische Firmen wie Baidu, Alibaba and Tencent.
KI auf hoher See: Künstliche Intelligenz ist auch in der Schifffahrt angekommen. Zum Beispiel auf dem derzeit in Warnemünde und Wismar gebauten Kreuzfahrtschiff Global Dream, wie der Tagesspiegel berichtet. Die Technologie soll per Gesichts- und Spracherkennung die Wartezeiten der Passagiere an Deck verkürzen, das „Bezahlen an Bord vereinfachen und für eine gleichmäßige Auslastung der Einrichtungen sorgen, etwa indem Angebote den Reisenden individuell ausgespielt werden“.
Wissenschaft
KI im Norden: Hamburg will eine wichtige Rolle in der KI-Entwicklung hierzulande spielen. Deshalb gebe sich die Stadt große Mühe, das Thema voranzubringen, schreibt Zeit-Online-Redakteurin Annika Lasarzik. Zumal in der Technologie „ein lukrativer Markt der Zukunft“ liege und Startups bisher lieber nach Berlin oder München zögen. Lasarzik hatte am vergangenen Wochenende im Hammerbrooklyn.Digitalcampus der Hansestadt die Veranstaltung „Speeddating mit Robotern“ besucht und ihre Eindrücke aufgeschrieben.
KI sucht mysteriöse Zeichnungen: Algorithmen helfen bei der Suche nach weiteren der berühmten Nazca-Linien in Peru, schreibt die MIT Technology Review. In Zusammenarbeit mit IBM setze das Team der Yamagata-Universität in Japan Deep-Learning-Algorithmen ein, um die Suche nach den meist nur aus der Luft erkennbaren Zeichnungen zu beschleunigen. Erste Erfolge habe es bereits gegeben. Während Tests mit der KI sei eine neue Zeichnung entdeckt worden, die in zuvor gesammelten Daten übersehen wurde.
Gesellschaft
Vorurteile in Daten 1: „Künstliche Intelligenz hat ein Gender-Problem“, hat das ZDF vor einigen Tagen getitelt. KI-Forscherin Natalie Sontopski sagte dem Sender: „Intelligente Programme lernen selbstständig und das mit Datensätzen, in denen oft noch gesellschaftliche Vorurteile steckten.“ Die Lösung könne eine genauere Auswahl der Datensätze durch vielfältigere Teams sein, in denen auch Minderheiten eine Stimme hätten, so Sontopski.
Vorurteile in Daten 2: Das sieht auch die FAZ in einem Artikel mit der Überschrift „Männer entwickeln Dinge, die für Männer gut sind“ so. Derzeit seien nur 19 Prozent der Informatikstudenten bundesweit weiblich. Um Algorithmen für die gesamte Menschheit zu entwickeln, brauche es mehr Informatikerinnen.
Predictive Policing: Die Polizei hierzulande nutzt immer häufiger KI für die Verbrechensvorhersage, schreibt Businessinsider. Weil die Technologie diskriminierende Muster verstärken könne, fordern Wissenschaftler von der Polizei mehr Transparenz bei ihren Prognosen.
Kultur
Lyric AI: Musik komponieren kann Künstliche Intelligenz bereits, wie verschiedene Projekte wie zum Beispiel das des Berliner Startups Endel zeigen. Was fehlt, sind die passenden Texte dazu. Die beiden Musiker David Usher und Pablo Castro wollen das ändern, schreibt der Deutschlandfunk. Die beiden arbeiten derzeit an einer KI, die Strophen und Refrains für Popsongs schreibt. Der Name des Programms: Lyric AI.
Mitarbeit: Steve Haak
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