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KI-Briefing.de - Ausgabe #54

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KI-Briefing.de

19. November · Ausgabe #54 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Guten Tag zum neuen KI-Briefing.de.
Deutschland bekommt einen staatlichen Wagniskapitalfonds für Technologie-Startups, das hat die Bundesregierung vergangene Woche beschlossen. Der KfW-Fond soll in Digitalisierung und Klimatechnologien investieren; er hat einen Anlagehorizont von zehn Jahren und soll Mittel von institutionellen Anlegern einwerben.
Ein begrüßenswerter Schritt, nun kommt es auf die Umsetzung an. Das gilt auch für die Maßnahmen, die die Bundesregierung Anfang dieser Woche auf ihrer Digitalklausur unter anderem zu Mobilfunkausbau und Datenstrategie beschlossen hat. Wird es nun fixer gehen? Wird aus den Eckpunkten am Ende eine kluge Datenstrategie? Man kann es nur hoffen. Es wäre für die Zukunft des KI-Standorts Deutschland wichtig.
Aber leider hapert es ja so oft an der Umsetzung, wie die im vergangenen Jahr beschlossene KI-Strategie zeigt. Die Bundesregierung will die Förderung von KI zwar jetzt verdoppeln, wie unter anderem t3n berichtet. Gleichzeitig dauert alles viel zu lange. Wir werden bald nicht mal mehr die Rücklichter der Vorreiterländer sehen, sagte etwa Bitkom-Chef Bernhard Rohleder. Die Mittel von 500 Millionen Euro pro Jahr hätten bisher so gut wie keine Wirkung erzielt.
Rohleder verwies in dem Zusammenhang auch auf die USA. Dort hatte der demokratische Senator Charles Schumer gerade erst ein massives KI-Investment des Staates gefordert – in einer Höhe von 100 Milliarden US-Dollar.
Nun ist das bisher nur der Vorschlag eines Politikers. Die Idee allein aber zeigt, wie viel größer eigentlich gedacht werden müsste, um beim Thema KI mithalten zu können.
Herzliche Grüße, bleiben Sie schlau,
Nikolaus Röttger
Politik
KI und Bildung: An deutschen Schulen fehlt ein Pflichtfach Digitale Bildung oder Informatik. Das sagte der Vorsitzende des KI-Bundesverbandes, Jörg Bienert laut dpa, wie das ZDF berichtet. Dass man Jugendliche ohne aktive Unterstützung in die zunehmend digitalisierte Welt entlasse, sei unverantwortlich, so Bienert.
Wirtschaft
Industriedaten: Der ehemalige Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), Wolfgang Wahlster, sieht beste Voraussetzungen für die deutsche Industrie, Daten aus dem Internet der Dinge zu monetarisieren, schreibt Heise. Deutschland habe als Exportweltmeister den Zugang zu einem der größten Datenschätze überhaupt in Form von Messwerten von Maschinen, so Wahlster. Das zu nutzen, sei „die letzte Chance für Europa“, um beim Thema KI gegenüber China und den USA aufzuholen.
Toshiba: Der angeschlagene Technologiekonzern Toshiba sucht nach neuen Geschäftsfeldern im Bereich Künstliche Intelligenz. Das schreibt Asien-Korrespondent Martin Kölling in seiner wöchentlichen Kolumne für das Magazin Technology Review. Der Konzern habe gerade eine Zusammenarbeit mit der Tokio-Universität ausgehandelt, um „am Graduiertenkolleg der japanischen Eliteuniversität mehrere hundert Ingenieure zu KI-Experten weiterzubilden“. Der Konzern wolle die Zahl seiner Fachkräfte für Maschinenintelligenz bis 2022 auf 2.000 verdreifachen, heißt es.
Wissenschaft
Wie Maschinen das Lernen lernen: Über die Herausforderung, einer KI das Lernen beizubringen, schreibt Forbes-Autorin Jun Wu in ihrem Artikel. Mit begrenzten Ressourcen „strategische Entscheidungen“ zu treffen, sei nur eine der Hürden, die KI-Forscher dabei überwinden müssen.
Startups
Texterkennung für Banken: Das Londoner KI-Startup Eigen Technologies hat in seiner Series-B-Finanzierungsrunde weitere 29 Millionen britische Pfund (33 Millionen Euro) eingenommen, schreibt Businesscloud. In der ersten Finanzierungsrunde im vergangenen Jahr habe unter anderem Goldman Sachs investiert, berichtet Businesscloud. Insgesamt habe das Unternehmen jetzt rund 50 Millionen Euro eingesammelt. Eigen unterstützt Banken mit seiner Texterkennungs-Software, um schnell wichtige Informationen aus Verträgen und andere wichtige Dokumenten zu erkennen.
Besserer IT-Support: Das KI-Unternehmen Moveworks hat in seiner Series-B-Runde 75 Millionen US-Dollar eingenommen, schreibt Venturebeat. Das US-Startup hat eine Software entwickelt, die den IT-Support in großen Firmen per Künstlicher Intelligenz regelt.
Problemlösung, Fachkompetenz und Mehrwert: Wenn diese Grundlagen bei einem Startup fehlen, investiert ein Kapitalgeber nicht, schreibt Blumberg-Capital-Gründer David Blumberg in einem Artikel bei Techcrunch. Bei KI-Startups gelten zusätzliche Merkmale. Unter anderem sollte das Unternehmen mit den wertvollen Daten, die es generiert, umgehen können.
Medizin
Helfende Algorithmen: Das Deutsche Krebsforschungszentrum beschäftigt sich auf seiner Seite mit Künstlicher Intelligenz in der Medizin. Trotz der vielen Erfolgsmeldungen seien die Fähigkeiten der KI bisher auf eng umschriebene Aufgaben begrenzt, heißt es dort. Außerdem fehlten Studien, die zeigen, dass KI unter klinischen Bedingungen zuverlässig arbeitet und die Patientenversorgung verbessert. So seien auch viele Fragen zu Datenschutz, Eigentumsrechten und Haftung bei Fehlern offen.
KI zum Ausprobieren
Karaoke: Googles KI-Forschungszentrum hat mit der Band Queen ein sogenanntes das Freddiemeter entwickelt, schreibt unter anderem die Frankfurter Rundschau. Mit Hilfe von Algorithmen werde der Gesang des Nutzers ausgewertet und mit der Stimme Freddie Mercurys verglichen. Genutzt werden könne das Freddiemeter auf iOS- und Android-Geräten und auch auf Desktop-Rechnern.
Mitarbeit: Steve Haak
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