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KI-Briefing.de - Ausgabe #53

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KI-Briefing.de

12. November · Ausgabe #53 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Hallo zum neuen KI-Briefing.de.
Am Samstag durfte ich die Falling-Walls-Konferenz unterstützen, Künstliche Intelligenz spielte in zahlreichen Vorträgen auf der internationalen Wissenschaftskonferenz eine Rolle. Die KI-Expertin Meredith Whittaker vom AI Now Institute beispielsweise machte auf Algorithmen aufmerksam, die fehlerhaft arbeiten und damit Menschen benachteiligen; sie zeigte, wie Tech-Unternehmen immer mächtiger mit ihren KI-Initiativen werden.
Damit KI gerechter und fairer genutzt werde, brauche es kollektives Handeln, so Whitakker, eine soziale Bewegung gar, die die KI-Mächtigen herausfordert und dafür sorgt, dass sich nicht in alle Bereiche unseres Lebens verschiedene Künstliche Intelligenzen einschleichen, die wir gar nicht wollen. (Ihren Vortrag können Sie hier sehen, er startet bei ca 1:20:25; auch die Zeit berichtet diese Woche über die ehemalige Google-Mitarbeiterin in dem kostenpflichtigen Artikel „Eine ganz gewöhnliche Firma“, in dem es um den Suchkonzern geht.) Im Juli hatte die FT über Whittaker geschrieben und gefordert: „Employees can help to make Big Tech ethical.“
Die Kritik an den großen Tech-Konzernen (hier ein aktueller Manager Magazin-Artikel, kostenpflichtig) wird weiter zunehmen. Denn am Ende ist die Ethikdebatte nur die eine Seite der KI-Medaille. Auf der anderen Seite geht es um Macht (Dazu auch unten die Meldung zu Russlands Präsident Wladimir Putin).
In Deutschland versucht man die Ethik-Herausforderung indes unter anderem mit einer Behörde anzugehen: Noch in diesem Jahr soll eine Art KI-TÜV seine Arbeit im Arbeitsministerium aufnehmen. Später soll daraus ein Bundesinstitut für KI entstehen. Die Aufgabe: Die Überprüfung Künstlicher Intelligenzen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung in einem durchaus lesenswerten Artikel.
Bleiben Sie schlau, herzliche Grüße, Ihr Nikolaus Röttger
Politik
Wladimir Putin fordert KI-Ethik-Kodex: Der russische Präsident hat neue Regeln bei der Entwicklung von KI gefordert, schreibt das Handelsblatt in einem Bezahlartikel. „Die Fachwelt und Unternehmen sollten über einen Ethik-Kodex nachdenken“, zitiere die russische Nachrichtenagentur Interfax den Kremlchef. Das Hauptziel der KI-Forschung sei eine harmonische Entwicklung und neue Möglichkeiten für die Menschen. Und: Wer KI besitze, werde enorme Wettbewerbsvorteile haben, so Putin.
Wirtschaft
Landwirtschaftssimulator 2.0: Roboter zum Düngen oder Jäten sollen künftig den Bauern die Arbeit erleichtern, schreibt die dpa laut SZ. Darum stünden bei der weltgrößten Agrarmesse Agritechnica in Hannover diesmal Präzision und Automatisierung im Vordergrund. Die Messe findet am kommenden Wochenende statt.
Wissenschaft
KI sagt Blitze voraus: Forscher aus Lausanne haben eine KI entwickelt, die Blitzeinschläge vorausberechnen kann. Das schreibt der Deutschlandfunk auf seiner Seite. Der Algorithmus sei mit Wetterdaten über zehn Jahre hinweg trainiert worden. Die Voraussagen wiesen eine Genauigkeit von 80 Prozent auf.
Marketing
Auf der Suche nach Influencern: In der PR- und Kommunikationsbranche wird KI zunehmend eingesetzt, schreibt Lead Digital. So sei die Technologie unter anderem für die Krisenbewältigung und Content-Erstellunggeeignet. Aber auch bei der Suche nach Influencern könne KI helfen, indem die Technologie „zielsicher zur Bestimmung der aktuell wichtigsten Meinungsmacher für eine Marke beitrage“.
Gesellschaft
Doch nicht gefährlich? OpenAI hat die Vollversion des Textgenerators GPT-2 veröffentlicht, berichtet The Verge. Die Non-Profit-Organisation hatte ihre Software ursprünglich im Februar vorgestellt, aber aus Angst vor Missbrauch nicht vollständig veröffentlicht. Hier lässt sich der Textgenerator ausprobieren.
Diskriminierung: Künstliche Intelligenz stellt eine Gefahr für die Chancengleichheit von Arbeitnehmern dar. Das schreibt die US-Anwältin und Forbes-Autorin Patricia Barnes in ihrem Artikel. Als Beispiel nennt sie den US-Personaldienstleister HireVue, der Bewerbervideos durch eine KI auswerten lässt. Die Kritik: Der Algorithmus von HireVue sei geheim, sodass niemand wissen könne, ob zum Beispiel ältere Arbeitnehmer, Frauen oder behinderte Menschen diskriminiert werden.
Apps
KI zum Ausprobieren: Google hat eine neue Version seines Programms Teachable Machine vorgestellt, berichtet Heise. Version 2.0 lasse den Export der trainierten Modelle zu. Außerdem ließen „sich neben Gesten nun auch Geräusche und größere Posen trainieren“. Mit Teachable Machine sollen Anwender ohne Programmierkenntnisse KI-Anwendungen erstellen können.
Longread
Sprungbrettprinzip: Schon mal etwas von Neuroevolution gehört? Dieser Forschungsbereich bezieht die biologische Evolution mit ein, um intelligente Algorithmen zu entwerfen. Der Informatiker Kenneth Stanley ist ein Pionier auf diesem Gebiet, schreibt Matthew Hutson vom Quantamagazin. Stanley habe das sogenannte Sprungbrettprinzip in der Neuroevolution erfunden, das über traditionelle Ansätze hinausgehe. Statt wie mit anderen Methoden die Algorithmen auf ein bestimmtes Ziel hin zu trainieren, gehe es darum, alle möglichen Lösungen kreativ auszuloten. Stanley hoffe, dadurch Algorithmen zu entwickeln, die auch nach einer Milliarde Jahren noch interessant sein könnten.
Mitarbeit: Steve Haak
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