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KI-Briefing.de - Ausgabe #52

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KI-Briefing.de

5. November · Ausgabe #52 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Liebe Leserinnen, liebe Leser.
„Wir haben das Potenzial, wieder zur Weltspitze aufzuschließen“, sagt Kristian Kersting von der TU Darmstadt. Die Zeitschrift Bilanz hat dem KI-Experten gerade den ersten Deutschen KI-Preis verliehen und ihn zum Stand der Künstlichen Intelligenz in Deutschland interviewt. Das Gespräch ist sehr lesenswert, den neuen Preis halte ich für eine gute Idee.
Dass Bilanz ihn gleich bei der ersten Verleihung die „bedeutenste Auszeichnung ihrer Art“ nennt, ist zwar ein bisschen viel Eigenlob. Trotzdem ist die Initiative gut, das Preisgeld mit 100.000 Euro ordentlich. Kersting will es unter anderem nutzen, um Werbung für „AIDA - Artificial Intelligence an der TU Darmstadt“ und eine Veranstaltung für sein neues Buch „Wie Maschinen lernen – künstliche Intelligenz verständlich erklärt“ zu machen.
Der Übersetzungsdienst DeepL braucht zum Glück nicht mehr so viel Werbung. Das Kölner Unternehmen hat nämlich den Ehrenpreis gewonnen - und der ist leider undotiert.
Alles zum Deutschen KI-Preis, den Initiatoren und der Idee lesen Sie bei Bilanz. Herzliche Grüße, bleiben Sie schlau, Ihr Nikolaus Röttger
Politik
KI-Initiative in und um Frankfurt: Die Rhein-Main-Region will eine führende Rolle beim Thema Künstliche Intelligenz spielen, schreibt unter anderem die Frankfurter Rundschau. Dafür wollen Wirtschaft, Forschung und Politik stärker zusammenarbeiten. Das Ziel sei ein KI-Institut, wie Frankfurts Oberbürgermeister vergangene Woche sagte.
KI und Bundeswehr: Die Bundeswehr strebt die Entwicklung tödlicher autonomer Waffensysteme an, schreibt Heise-Autor Hans-Arthur Marsiske. Er beruft sich in seinem Artikel auf ein Positionspapier des Amts für Heeresentwicklung. Darin sei von taktisch unbemannten Flugsystemen (TaUAS) die Rede, die zur Aufklärung über Sperren bis hin zu offensiven Einsätzen vorgesehen sind.
Wirtschaft
KI in der Industrie: Rund zehn Prozent der Unternehmen hierzulande setzen KI ein, schreibt der Deutschlandfunk und beruft sich auf eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die Erhebung habe ergeben, dass „in manchen Fabriken Roboter eigenständig arbeiten, ihr Wissen an andere Maschinen weitergeben und bei Fehlern automatisch in die Produktion eingreifen“.
KI-Campus: Bosch will die Investitionssumme für seinen KI-Forschungsstandort Tübingen fast verdreifachen, schreibt die Stuttgarter Zeitung. Die zusätzlichen Ausgaben seien unter anderem für Wohneinheiten für Wissenschaftler geplant. Der Bezug des rund 26.000 Quadratmeter großen Komplexes sei für Ende 2022 geplant.
Auch eine KI kann Fehler machen: Diese Fehler in KI-Systemen zu erkennen, sei allerdings schwierig, schreibt das ZDF. Darum setze man zwar unterschiedliche Methoden zur KI-Kontrolle ein. Aber nur ein breiter Einsatz dieser Methoden in der Industrie könne zeigen, wie gut diese seien.
Fehlende Normen: Die Object Management Group (OMG) hat mit der Arbeit an KI-Standards begonnen, schreibt Heise. Diese sollen dazu beitragen, „das Erstellen nützlicher KI-Anwendungen zu beschleunigen und zu verbessern“, zitiert das Magazin die OMG. Die Organisation wolle unter anderem gegen undurchsichtige Deep-Learning-Algorithmen und fehlende Fortschritte in der Robotik vorgehen.
Startups
Zulassung als Medizinprodukt: Die Software des deutschen Startups Merantix ist die erste CE-zertifizierte Brustkrebsdiagnose-KI, schreibt Gründerszene. Das Zertifikat sei die Voraussetzung dafür, dass die Software als Medizinprodukt in den Handel gebracht werden darf.
Finanzierung: Das griechische KI-Startup Accusonus hat in seiner Series-A-Runde 3,3 Millionen US-Dollar eingenommen, berichtet Techcrunch. Das 2014 gegründete Unternehmen entwickelt Werkzeuge, um Audioaufnahmen bearbeiten zu können. Musiker wie Bob Dylan und Lou Reed haben laut Techcrunch die Tools von Accusonus verwendet.
Gesellschaft
Überwachung in Gefängnissen: In NRW soll KI dabei helfen, Suizidversuche von Gefängnisinsassen zu verhindern, scheibt SPON. Ein entsprechendes Forschungsvorhaben wolle das Land laut NRW-Justizminister Peter Biesenbach starten. Ziel sei eine KI, die Handlungsmuster bei Häftlingen per Videoüberwachung frühzeitig erkenne. Die Software soll in Sachsen entwickelt werden.
Überwachung: Nach den Schießereien an US-Schulen in der vergangenen Jahren nimmt das Interesse an Überwachungswerkzeugen zu, schreibt der Guardian. Der bekannteste Anbieter solcher Programme sei Gaggle, dessen Technologie per KI E-Mails, Dokumente und Soziale Netzwerke durchsuche, um auffällige Nachrichten zu finden.
Medien
Geänderter Algorithmus: Google hat mal wieder seinen Suchmechanismus geändert, schreibt die FAZ. Dieses Mal sei die Umstellung allerdings wesentlich, heißt es. Demnach werde etwa jede zehnte Suchanfrage betroffen sein und andere Ergebnisse erhalten als bisher.
Serientipp: Die Webserie „Helena. Die Künstliche Intelligenz“ steht kostenlos in den Mediatheken des Bayrischen Rundfunks (BR) und von ARTE zur Verfügung, berichtet Caschys Blog. Darin wolle man den aktuellen Stand der KI-Entwicklung aufzeigen und Ausblicke auf die Zukunft geben. Die Serie umfasst sieben Episoden.
Dystopischer Berlin-Roman: Künstliche Intelligenz ist das Hauptthema im Roman „Die Nacht war bleich, die Lichter blinkten“ der Berliner Autorin Emma Braslavsky, schreibt der Tagesspiegel. Im Buch stehe der sogenannte Hubot Roberta im Zentrum des Geschehens, der im Jahr 2060 als Sonderermittler des LKA arbeitet. In ihrem Roman zeichne die Schriftstellerin „mittelfristige Zukunftsverhältnisse zwischen Neurorobotik und radikalem Individualismus, die so oder ähnlich schon Gegenwart sind oder bald werden könnten“. (Suhrkamp, Berlin 2019. 270 Seiten, 22 Euro.)
Mitarbeit: Steve Haak
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