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KI-Briefing.de - Ausgabe #49

Revue
 
 

KI-Briefing.de

8. Oktober · Ausgabe #49 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Herzlich Willkommen zum neuen KI-Briefing.de.
Auf den allermeisten Veranstaltungen und bei Debatten zum Thema Künstliche Intelligenz fällt hierzulande und in Europa zwangsweise das Wort Ethik. Manch einer glaubt oder hofft inzwischen sogar, dass der Fokus auf KI und Ethik mittelfristig Wettbewerbsvorteile gegenüber den USA oder China schaffen könnte.
Der Skeptiker in mir hält das für Wunschdenken, der Optimist in mir teilt zumindest die Ansicht von Christoph Lütge: „Wir können uns bei dem Thema als Nation und als EU sehr gut positionieren. Aber das ist kein Selbstläufer, es muss noch viel passieren. Aber es gibt eine gute Chance.“ Lütge lehrt an der Technischen Universität München Wirtschaftsethik und hat jetzt das Institute for Ethics in Artificial Intelligence (IEAI) eröffnet.
Das Handelsblatt hat vorab mit Lütge gesprochen, der die Aufgaben und Pläne seines Instituts erörtert und auch darauf antwortet, warum es seiner Meinung nach ok ist, dass seine neue Forschungseinrichtung ausgerechnet von Facebook finanziell unterstützt wird.
Bleiben Sie schlau, herzliche Grüße, Ihr Nikolaus Röttger 
Wirtschaft
Verstehmaschine: Lange Zeit durfte der Münchner KI-Unternehmer Ramin Assadollahi über eine seiner wichtigsten Erfindungen nicht sprechen. Er hatte seine Patente an Nokia verkauft, der Deal verpflichtete ihn lange zum Schweigen: Assadollahi ist einer der Erfinder der sogenannten Next Word Prediction; wer eine SMS tippte, bekam automatisch das nächste Wort vorgeschlagen. Heute arbeitet der 44-Jährige an etwas, das er Verstehmaschine nennt. Die Süddeutsche hat den KI-Experten porträtiert.
Test in der Großstadt: In London sind das erste Mal autonome Autos auf öffentlichen Straßen getestet worden. Laut Guardian wurden die Fahrzeuge von der britischen Technologiefirma Oxbotica ausgestattet. Die Autos fuhren vergangene Woche auf den Straßen „rund um den ehemaligen Olympiapark in Stratford“. Der Test sei mit Regierungsgeldern finanziert worden.
Hamburg: Nach der Gründung des KI-Zentrums in der Hafenstadt vor vier Wochen ist nun der Startschuss für den Organisationsaufbau und die Weiterentwicklung des Zentrums gegeben worden, schreibt das Land auf seiner Seite. „Das Kompetenzzentrum soll im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) das Know-how disziplin- und branchenübergreifend bündeln und das KI-Ökosystem hier in Hamburg voranbringen.“ Die Einrichtung soll im November mit fünf Mitarbeitern und einem Jahresbudget von 400.000 Euro starten und das Thema KI bündeln und fördern.
Politik
CDU mit neuer Digitalcharta: Während die DSGVO auf die sogenannte Datensparsamkeit setzt, will die CDU nun bei persönlichen Daten auf Datensouveränität setzen. Man brauche für Schlüsseltechnologien wie KI schließlich mehr und nicht weniger Daten. Die Digitalcharta will der Bundesvorstand nun auf dem Parteitag im November als Leitantrag zur Abstimmung stellen, berichtet t3n.
NRW und Polen: Beim Thema Künstliche Intelligenz will Nordrhein-Westfalen enger mit Polen zusammenarbeiten. Das habe NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart mitgeteilt, berichtet der WDR auf seiner Seite. Anlass sei der Besuch des Ministers in Danzig gewesen. Polen liege mit einem Handelsvolumen von rund 20 Milliarden Euro auf Platz sieben der wichtigsten NRW-Handelspartner, heißt es.
Medizin
KI erkennt Tumore: Der Bund unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Universität Regensburg bei der Entwicklung einer KI, die Krebszellen aus Messdaten von Gewebeproben erkennen kann. Das schreibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung auf seiner Seite. Wenn den Bioinformatikern gelänge, die Daten per KI zu sortieren und auszuwerten, „würde das für die Krebsforschung einen enormen Zeitgewinn bedeuten“. Die Informationen der Regensburger Forscherinnen und Forscher könnten darüber hinaus Anknüpfungspunkte für neue Therapien und Medikamente liefern, heißt es. 
Herzkrankheiten: Das Silicon-Valley-Startup eines deutschen Physikers will mit Hilfe von KI Ultraschalluntersuchung des Herzens vereinfachen, schreibt die Wirtschaftswoche. Caption Health sei mit einem Forschungszuschuss von 150.000 Dollar gestartet und habe 18 Millionen US-Dollar eingesammelt. Die Software wurde bereits am Herzinstitut von Minneapolis und dem Universitätsklinikum der Northwestern Universität getestet.
Gesellschaft
KI zum Ausprobieren: Heise hat Beispiele aus dem Netz zusammengetragen, wie sich KI-Algorithmen und deren Ergebnisse im Browser ausprobieren lassen. So lasse sich das beeindruckende Potenzial von Machine Learning erahnen, schreibt das Magazin.
Wissenschaft
Neuronales Netz und Bakterien: Forscher der Duke University im US-Bundesstaat North Carolina haben die Wechselwirkung von organischen Stoffen in Bakterienkulturen per Machine Learning vorhergesagt und beeinflussen können. Laut Sciencedaily trainierten die Forscher ein neuronales Netzwerk, um kreisförmige Muster in den Kulturen vorherzusagen. Das System habe 30.000 Mal schneller als ein bereits vorhandenes Rechenmodell gearbeitet, heißt es. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in der Fachzeitung Nature Communications veröffentlicht.
Rekonstruktion: Wissenschaftler haben mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz ein übermaltes Picasso-Gemälde sichtbar gemacht. Laut Technology Review verbarg sich unter Picassos Bild „Der alte Gitarrenspieler“ ein anderes Bild von einer sitzenden Frau. Ihre Technik hätten die Forscher „bereits mehrmals dazu verwendet, um verlorene Gemälde von Künstlern wiederzugewinnen“.
Startups
Kreative KI: Das Kölner Jungunternehmen Ella will mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz automatisch Texte produzieren. Die KI nutze als Basis Bestände an digitalen Büchern, Drehbüchern, Kurzgeschichten oder auch Produkttexten, schreibt das Unternehmen auf seiner Seite. Unter dem Titel „Bestseller-Autor KI: Wenn eine künstliche Intelligenz Geschichten erzählt“ hat Lead Digital ein Interview mit den Gründern geführt.
Longread
Wie würde eine KI auf den Klimawandel reagieren? Mit wenig neuen Ansätzen und „vielen rhetorischen Fragen“. Das hat ein Experiment der Redaktion des britischen Fachmagazins The Economist ergeben, die den Textgenerator OpenAI mit der Frage „Welche grundlegenden wirtschaftlichen und politischen Veränderungen sind erforderlich, um wirksam auf den Klimawandel reagieren zu können?“ konfrontiert hat. Anschließend hat eine sechsköpfige Jury den Aufsatz ausgewertet.
Mitarbeit: Steve Haak
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