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KI-Briefing.de - Ausgabe #47

Revue
 
 

KI-Briefing.de

16. September · Ausgabe #47 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Liebe Leserinnen, liebe Leser.
Warum sich Bosch entschieden hat, sein Center for Artificial Intelligence ausgerechnet in Deutschland zu errichten, will Handelsblatt-Online-Chef Sebastian Matthes diese Woche in seinem Podcast von Christoph Peylo wissen. Schließlich sei man etwa im Silicon Valley schon viel weiter. Peylo, Chef des Centers, antwortet: „Sie haben ein unnötig schlechtes Bild von Deutschland.“ Und verweist auf die seiner Meinung nach erstklassige Forschung in Deutschland. Generell gilt für Bosch laut Peylo: „Wo KI ist, wo Talente sind, da versuchen wir von dem Talent-Pool zu partizipieren und gute Leute an uns zu binden.“ Man arbeite zum Beispiel auch im Silicon Valley, in Indien, in Israel.
Zurecht weist Matthes darauf hin, dass man aber etwa beim autonomen Fahren im Silicon Valley schon weiter sei als in Deutschland. Unternehmen wie Googles Waymo seien mit ihren Fahrzeugen schließlich schon tausende Kilometer gefahren. Die rechtlichen Rahmenbedingungen seien überall anders, antwortet Peylo, und erklärt, was Bosch in den USA macht.
Ein sehr interessantes Gespräch über die KI-Strategie von Bosch, das Sie diese Woche im Handelsblatt-Disrupt-Podcast hören können. Eine erfolgreiche Woche, bleiben Sie schlau, Ihr Nikolaus Röttger
Politik
Enquête-Kommission: Gesetze sollen „digitalisierungstauglich" verabschiedet werden. Das forderte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion und Mitglied der Enquête-Kommission zu KI, Nadine Schön. Sie mahnte die Notwendigkeit an, die Gesetzgebung an die veränderten technischen Möglichkeiten anzupassen, um ihre Auswirkungen auf automatisierte Verwaltungsprozesse zu berücksichtigen.
Wirtschaft
Kommentar: Deutschland hat in Sachen KI kein moralisches Problem, sondern ein kommerzielles, schreibt FAZ-Online-Ressortleiter Alexander Armbruster. Deshalb müsse Deutschland wieder mehr marktfähige Produkte entwickeln, für die Nutzer auch bereit sind, Geld auszugeben.
Studie: In München sind die meisten KI-Fachkräfte deutschlandweit tätig. Das hat das Berufsnetzwerk LinkedIn in Zusammenarbeit mit Berliner Einrichtungen wie der Wirtschaftsverwaltung und der IHK herausgefunden, berichtet der RBB. Demnach seien „in der Bayerischen Landeshauptstadt 19 Prozent der deutschen KI-Fachkräfte beschäftigt.“ In Berlin seien es 18 Prozent.
Wissenschaft
Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft: Der Tübinger Informatiker Bernhard Schölkopf hat die Auszeichnung dieses Jahr erhalten, schreibt die Max-Planck-Gesellschaft auf ihrer Seite. Die Körber-Stiftung würdige die Beiträge des Informatikers zum Maschinellen Lernen, „das die wichtigsten Methoden der Künstliche Intelligenz liefert“. Von Schölkopf mitentwickelte Verfahren steckten in Suchmaschinen und Spam-Filtern, so das Hamburger Abendblatt. Der Körber-Preis ist mit einer Million Euro dotiert. 
Physik: Künstliche Intelligenz verändert die Forschungsarbeit, schreibt die Welt. Die Technologie ermögliche zum Beispiel Physikern Erkenntnisse, die sie ohne KI nicht hätten gewinnen können. Ein Anwendungsgebiet sei die Auswertung von Materialeigenschaften. Dort ließen sich die Interaktionen von Atomen und Molekülen per KI statistisch auswerten.
Texas Hold'em: Das Pokerspiel kann jetzt auch von einer Künstlichen Intelligenz gespielt und gewonnen werden, schreibt Forbes. „Die Fähigkeit, in einem so komplizierten Spiel fünf andere Spieler zu schlagen, eröffnet neue Möglichkeiten, KI zur Lösung einer Vielzahl von Problemen in der realen Welt einzusetzen“, so Entwickler Tuomas Sandholm.
Facebook: Forscher des Sozialen Netzwerks trainieren eine KI mit dem Videospiel Minecraft, schreibt Heise. Das Spiel sei laut des Unternehmens „die ideale Lernumgebung für ein Maschinenlern-System, um mit Menschen zu interagieren und auf Anfrage eine Vielzahl von Aufgaben auszuführen“.
Gesellschaft
Geisterarbeiter: So werden Menschen genannt, die sich im Auftrag von Unternehmen als Künstliche Intelligenz ausgeben. Die Microsoft-Forscherin Mary Gray hat zusammen mit dem Informatiker Siddharth Suri ein Buch mit dem Titel „Ghost Work: How to Stop Silicon Valley from Building a New Global Underclass“ geschrieben. Im Interview mit Heise sagt sie, dass diese Arbeitsweise den Arbeitswert der Menschen verringere und unhaltbare Bedingungen schaffe.
Fakten: KI sollte wie jedes andere IT-Projekt betrachtet werden, schreibt die Computerwoche. Der Grund: Die Technologie sei keine Geheimwissenschaft, sondern im Prinzip für jeden zugänglich. Das Magazin hat sechs „nüchterne Fakten und Erkenntnisse“ über KI veröffentlicht.
Medizin
Chronische Herzinsuffizienz: Ärzte können die Krankheit per KI mit einer Genauigkeit von 100 Prozent identifizieren, schreibt das Forbes-Magazin. Forscher veröffentlichten dazu eine Studie, in der sie untersuchten, wie neue Technologien die Methoden zur Erkennung der Krankheit verbessern könnten. KI könne das Leiden sogar an einem einzigen EKG-Herzschlag erkennen, heißt es.
Literatur
Buch-Rezension: Geht es nach dem Ex-Google-Chef in China, Kai-Fu Lee, werden die USA und China den Globus der Künstlichen Intelligenz unter sich aufteilen, berichtet das Handelsblatt. „US-amerikanische Unternehmen werden vermutlich viele Märkte in den entwickelten Ländern für sich beanspruchen; gleichzeitig haben die chinesischen KI-Giganten bessere Chancen auf die Marktführerschaft in Südostasien, Afrika und dem Nahen Osten“, zitiert das Blatt aus Lees Buch „AI Superpowers“. Das Buch steht auf der Frankfurter Buchmesse auf der Liste der zehn Finalisten für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis.
Longread
Meinung: KI wird nicht für die Bekämpfung von Problemen eingesetzt, sondern zur Gewinnmaximierung für Unternehmen, schreibt Zeit-Online-Kolumnistin Lisa Herzog in ihrem Artikel mit der Überschrift „Machen uns Algorithmen dümmer, als wir sind?“. Aus ihrer Sicht bräuchten wir mehr Diskussion darüber, für welche gesellschaftlichen Aufgaben der Einsatz von KI sinnvoll und nötig sei.
Mitarbeit: Steve Haak
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