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KI-Briefing.de - Ausgabe #46

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KI-Briefing.de

9. September · Ausgabe #46 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Guten Tag zum neuen KI-Briefing.de.
Hat Immanuel Kant einen Computer benutzt? Ich habe die Frage Google, Alexa und Siri gestellt – und keine befriedigende Antwort erhalten. Was zeigt, wie beschränkt Algorithmen noch sind. Denn eigentlich ist die Antwort ja einfach, wenn man weiß, wann Kant gelebt hat und der Computer erfunden wurde.
Die Idee zu dem Test habe nicht ich mir ausgedacht, sondern von den Autoren Gary Marcus und Ernest Davis abgeschaut. In Kürze erscheint ihr Buch „Rebooting A.I. – Building Artificial Intelligence we can trust“, vergangene Woche haben beide einen Vorab-Text in der New York Times veröffentlicht.
Dort berichten sie von ihrem Test (bei ihnen war es George Washington und nicht Kant) und argumentieren, dass Computersysteme komplett anders gebaut werden müssten als bisher. Es dürfe nicht nur darum gehen, statistische Muster in Datensätzen zu erkennen. KI müsse vielmehr in der Lage sein, auf Basis von drei grundlegenden Konzepten zu arbeiten: Zeit, Raum und Kausalität. Wir bräuchten Maschinen, die genug Kontext verstehen, so dass wir sie nicht fürchten müssen.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die Woche, bleiben Sie schlau, Ihr Nikolaus Röttger
Wirtschaft
Finanzierung: Continental hat sich KI-Wissen eingekauft. Laut FAZ hat sich der Autozulieferer an einer Finanzierungsrunde von Cartica AI aus Israel beteiligt. Das Startup entwickelt Machine-Learning-Tools zur Objekterkennung. Continental hoffe, damit „neue Fahrzeugsysteme verschiedener Unternehmen und Hersteller schneller für den Einsatz auf der Straße“ vorbereiten zu können, heißt es.
KI-Challenge: Microsoft und Facebook starten einen Wettbewerb, um Deepfakes besser als bisher erkennen zu können, schreibt Futurezone. Facebook wolle fast zehn Millionen US-Dollar in die sogenannte Deepfake Detection Challenge stecken. Wissenschaftler seien von den Unternehmen beauftragt worden, „realistische Deepfakes zu produzieren, um ein Datenset zu generieren, damit Erkennungstools getestet werden können“.
KI und Aktien: Fondsanbieter nutzen verstärkt Künstliche Intelligenz, um Aktien auszuwählen, schreibt der Tagesspiegel. Zwar gebe es bisher keine nennenswerten Vorteile. Dennoch erhofft sich ein deutsch-französischer Asset-Manager in den nächsten Jahren größere Erfolge durch den Einsatz der Technologie.
Gesellschaft
Studie: Nur jeder dritte Deutsche (35 Prozent) würde in ein Zuhause mit einem Smart-Home-System ziehen. Das hat eine Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands ergeben. Die meisten Befragten befürchteten einen Datenmissbrauch oder Hackerangriffe, heißt es. Auch die Sorge nach einer Abhängigkeit von der Technik sei bei den Befragten groß.
KI und Schule: Eine Künstliche Intelligenz mit dem Namen Aristo hat erstmals einen Test aus dem Fach Naturwissenschaft der 8. Klasse bestanden, schreibt Heise. Die Multiple-Choice-Fragen seien einer Standardprüfung für New Yorker Schüler entnommen worden. Noch vor vier Jahren seien Künstliche Intelligenzen an ähnlichen Fragen gescheitert. 
Vishing: Per Voice Phishing und anschließender KI-Bearbeitung der Stimme eines CEOs haben Betrüger eine viertel Million US-Dollar erbeutet. Das Wall Street Journal berichtet über diesen Fall. Die Betrüger imitierten die Stimme des Chefs einer deutschen Firma per KI während eines Telefonats so gut, dass der Manager einer britischen Tochertfirma des Konzerns das Geld ohne zu zögern auf ein firmenfremdes Konto überwiesen habe.
Texterkennung: Das CIO-Magazin warnt davor, Texte von einer KI schreiben zu lassen. „Kreative Prozesse an eine artifizielle Intelligenz auszulagern, lässt unsere Fähigkeit zu schreiben und zu reflektieren mehr und mehr verkümmern“, heißt es. Das werde dazu führen, dass wir Entscheidungen von oberflächlichen Eindrücken abhängig machen, statt von kritischem oder analytischem Denken.
Wissenschaft
KI und Text: OpenAI hat weitere Teile seines KI-Sprachmodells veröffentlicht, das Nachrichten beliebigen Inhalts schreiben kann, berichtet die Technology Review. Forscher seien sich indes weiter uneins, wie mit solch heiklen Innovationen umzugehen sei.
Tierschutz: Wissenschaftler der University of Oxford haben eine KI entwickelt, mit der sich Gesichter einzelner Schimpansen in freier Wildbahn erkennen und verfolgen lassen, schreibt ScienceDaily. Mit dem Tool könnten Forscher und Naturschützer Zeit bei der Untersuchung von Videomaterial einsparen, heißt es.
Medizin
Schrifterkennung: KI soll künftig beim Lesen von Arztbriefen helfen, schreibt die dpa in einer Meldung, die Heise veröffentlicht hat. Informatikprofessor Steffen Staab sagte am Rande des Zukunftskongresses „Gesundheit digital“, dass die Technologie helfen könne, solche Briefe für andere Ärzte verständlicher zu machen. Staab zufolge liefen an mehreren deutschen Hochschulen und Kliniken Projekte zu KI und Arztbriefen.
Longread
Hintergrund: KI- und Gehirnscan-Technologien könnten es bald ermöglichen, Lügen zuverlässig zu erkennen, schreibt der Guardian. Gleichzeitig nehme das Interesse sowohl privater Personen als auch der Regierung an dieser Technologie zu. Sozialwissenschaftler befürchten einen Missbrauch.
Mitarbeit: Steve Haak
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