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KI-Briefing.de - Ausgabe #44

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KI-Briefing.de

19. August · Ausgabe #44 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Guten Tag zum neuen KI-Briefing.de!
Wir freuen uns sehr. Denn erstmals schicken wir das KI-Briefing.de an mehr als 1.000 Abonnenten. Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen!
Besonders empfehlen möchte ich Ihnen heute eine Geschichte aus der New York Times: Damit Künstliche Intelligenz funktioniert, muss sie von Menschen trainiert werden. Und so sitzen heutzutage hunderttausende von Menschen an Computern, um zum Beispiel zu markieren, ob auf einem Röntgenbild Krebs zu erkennen ist. Oder sie hören den ganzen Tag dem Husten von Menschen zu, um zu markieren, um welche Art von Husten es sich handelt. New-York-Times-Reporter Cade Metz hat solche Computer-Trainings-Center in Indien sowie den USA besucht und mit Arbeiterinnen und Arbeitern gesprochen, die den ganzen Tag Daten verschlagworten, damit Maschinen schlauer werden.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Start in die Woche, bleiben Sie schlau, Ihr Nikolaus Röttger
Gesellschaft
Meinung: Es ist das Jahr 2043 und die Menschen in den USA gehen auf die Straßen, weil Roboter ihnen die Arbeit weggenommen haben. In ihrem Artikel für die New York Times zeichnet die Politikwissenschaftlerin Baobao Zhang ein düsteres Bild der Zukunft. Sie befürchtet, dass die Fortschritte durch KI und Robotik nur die wenigen übriggebliebenen Technologieunternehmen reich machen werden. Darum müssen Lösungen her. In ihrer Vorstellung gibt es in knapp 25 Jahren einen sozialen Masterplan der US-Regierung, der ein soziales Sicherheitsnetz schafft, um den durch die Technologie arbeitslos gewordenen Bürgern einen angemessenen Lebensstandard zu bieten.
KI und Rassismus: Googles Algorithmus zur Erkennung von Hate Speech ist nicht vorurteilsfrei. Das haben MIT-Forscher bei Experimenten herausgefunden. Sie testeten die Google-KI zum Moderieren von Online-Inhalten und stellten rassistische Tendenzen fest. Ob Aussagen auf den Netzwerken beleidigend seien, könne davon abhängen, wer sie tätigt, schreiben die Forscher. Zum Beispiel müsse unterschieden werden, ob ein Schwarzer das „N-Wort" verwende oder ob es von einer weißen Person kommt. Diese Unterschiede kenne eine KI nicht und filtere beides heraus. „Wenn wir Software verwenden, um beleidigende Sprache automatisch auszusondern, riskieren wir, Minderheiten zu diskriminieren und zum Schweigen zu bringen.“
Vertrauen in KI: „Die Deutschen haben ihre Berührungsängste gegenüber KI zu einem großen Teil abgebaut“, schreibt das Fachmagazin Horizont und beruft sich auf eine Studie von Statista und der Standortinitiative Next Media Hamburg. Demnach könnten sich heute deutlich mehr Bundesbürger vorstellen, mit einer KI zu kommunizieren. Eine Vermenschlichung der Technologie werde jedoch weitestgehend abgelehnt.
Überwachung im Schulunterricht: In der chinesischen Region Guangzhou sollen Schülerinnen und Schüler im Klassenzimmer mit Hilfe von Gesichtserkennung beobachtet werden. Das Spitzelsystem erfasst unter anderem, ob die Kinder im Unterricht aufmerksam, müde oder wütend sind. Auch in der Kantine wird die Technologie eingesetzt: Die Schülerinnen und Schüler können per Gesichtserkennung bezahlen, gleichzeitig wird beim Abbuchen erfasst und gespeichert, was die Kinder essen, berichtet der Tagesspiegel.
Wirtschaft
Auftragsmanagement: KI-Systeme haben in Finanzinstituten mit einer Vielzahl von Problemen zu kämpfen, schreibt das Fachmagazin Bankinghub. Die Herausforderung liege im Lesen, Interpretieren und Verstehen von Kundendokumenten. Dafür müssten unterschiedliche Technologien wie Natural Language Processing, Künstliche Neuronale Netzwerke und Robotic Process Automation eingesetzt werden. Nur dann könne eine weitere Digitalisierung zu einer Reduzierung der Bearbeitungsfehler führen.
Medien
KI als Autor: Welche Auswirkungen KI auf die Buchbranche haben kann, macht die Stuttgarter Zeitung zum Thema. Algorithmen verfassten mittlerweile nicht nur Presseartikel, sondern auch literarische oder lyrische Texte. Buchautor Holger Volland sagte der Zeitung: Stilistisch seien die Werke schon ziemlich gut, inhaltlich gebe es aber noch große Schwächen.
KI als Redakteur: Verlage und Nachrichtenagenturen verwenden KI bereits heute für einfache Aufgaben wie die Moderation von Foren und das automatisierte Schreiben von Standardtexten, schreibt Kress. Die Technologie unterstütze Redaktionen aber auch bei investigativen Projekten. Dort seien die Recherchen trotz KI jedoch immer noch teuer und langwierig.
Medizin
Radiologie: Computertomografen liefern immer detailliertere Bilder, schreibt die FAZ. Künftig solle KI den Ärzten helfen, die Daten zu untersuchen. Die Bilderkennung funktioniere dabei „grundsätzlich genauso wie jene Verfahren, die zur Objekterkennung für das automatisierte Fahren eingesetzt werden“.
KI im Notfall: Künftig sollen Roboter in Krisensituationen die Einsatzkräfte unterstützen, schreibt die Frankfurter Rundschau. An der TU Darmstadt arbeite ein Team daran, solche Systeme unter realen Bedingungen zu testen. Die Herausforderung: Die Roboter müssten sich in unbekannten Umgebungen zurechtfinden und autonom handeln können.
Longread
Kommentar: Alphabets Tochterunternehmen Deepmind hat im vergangenen Jahr Milliarden US-Dollar verloren und Schulden gemacht. KI-Forscher Gary Marcus befürchtet, dass das Geld in die falsche Technologie fließt, schreibt er in einem Beitrag für Wired. Statt herauszufinden, wie „Maschinen bei komplexen Probleme mit riesigen Datenmengen umgehen können, sollten wir uns lieber fragen, wie Kinder zum Beispiel eine Sprache lernen. Und zwar mit viel weniger Energieaufwand als aktuelle KI-Systeme“. Wenn wir mehr Zeit für die Erforschung dieses Beispiels aufwenden würden, könnten wir viel früher zu einer allgemeinen Künstlichen Intelligenz gelangen als bisher, so Marcus.
Mitarbeit: Steve Haak
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