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KI-Briefing.de - Ausgabe #41

Revue
 
 

KI-Briefing.de

29. Juli · Ausgabe #41 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Hallo zum KI-Briefing.de.
wenn Sie jemand mit finsterem Blick ansieht, ist er dann sauer, verärgert, beleidigt, aggressiv - oder hat er einfach nur zu eng beieinander stehende Augenbrauen und herabhängende Mundwinkel? Um die Stimmung eines anderen Menschen abzulesen, braucht es oft mehr, als nur einen kurzen Blick ins Gesicht.
Darum ist es auch für Computerprogramme nicht einfach, die Laune von Menschen zu deuten. Zwei Jahre lang haben Forscher der amerikanischen Association of Psychology Studien ausgewertet und kommen zu dem Ergebnis: Menschen würden ihre Emotionen auf so unterschiedliche Art und Weise zeigen, dass man nicht einfach aus dem Gesicht ableiten kann, wie ihre Laune wirklich ist. „This, in turn, means companies that use AI to evaluate people’s emotions in this way are misleading consumers“, so das US-Magazin The Verge
Außerdem im KI-Briefing diese Woche: Microsoft investiert in OpenAI, Softbanks neuer Fonds sowie eine KI, die aus Selfies antike Poträts macht.
Einen guten Start in die Woche, bleiben Sie schlau, beste Grüße, Nikolaus Röttger

Wirtschaft
Microsoft: Der Konzern steckt eine Milliarde US-Dollar in die von Elon Musk gegründete KI-Organisation OpenAI, schreibt unter anderem die FAZ. Die Partnerschaft ziele auf die Entwicklung einer sogenannten starken Künstlichen Intelligenz. Dafür wollen beide Unternehmen einen Supercomputer auf Basis von Microsofts Cloud-Computing-Plattform Azure bauen.
KI-Fonds: Der japanische Technologiekonzern Softbank will einen weiteren milliardenschweren Fonds auflegen, schreibt das Handelsblatt. Ziel des 108 Milliarden US-Dollar Fonds sei die „fortgesetzte Beschleunigung der KI-Revolution durch Investments in marktführende Wachstumsunternehmen“, wird das Unternehmen zitiert. Am Geldtopf beteiligt seien unter anderem Microsoft, Apple und Foxcon.
KI gegen Geräusche: Thyssenkrupp setzt neuronale Netze zur Prüfung von Bauteilen ein. Das schreibt das Fachmagazin Ingenieur. Die KI helfe, Geräusche bei Kugelgewinde- und Lenkgetrieben zu erkennen, so dass diese verringert werden könnten. Die Ergebnisse einer ersten Testphase seien vielversprechend.
Medizin
Doktor KI: Künstliche Intelligenz ist schon heute in der Medizin eine große Hilfe, schreibt der Ärztliche Direktor des Unfallkrankenhauses Berlin in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel. Weil niemand garantieren könne, dass Algorithmen fehlerfrei arbeiten, sollten weiterhin Ärzte die endgültigen Entscheidungen bei komplizierten Behandlungen treffen.
Neurologie: Das von Elon Musks Startup Neuralink vorgestellte Hirnimplantant ist nichts weiter als „unseriöser Hype“. Das sagt der Charité-Neurologe Ulrich Dirnagl in einem Interview mit Heise. Dirnagl habe sich den Aufsatz von Musk angeschaut und komme zu dem Ergebnis, „dass es sich dabei vor allem um einen wenig seriösen ‘Werbeprospekt der Firma Neuralink’ handelt“. Neuralinks System könne die Forschungen im Bereich Brain-Machine-Interface (BMI) höchstens ein Stückchen voranbringen.
Wissenschaft
KI vs. Klima: Das Trainieren eines Neuronalen Netzwerks emittiert fünfmal so viel CO2 wie ein Auto, schreibt das Wissenschaftsmagazin Spektrum und beruft sich auf eine Studie der University of Massachusetts Amherst. Demnach resultiere der hohe Energieverbrauch vor allem aus der „Rechenpower, die für die Verarbeitung riesiger Datenmengen nötig“ ist. Allerdings helfe zum Beispiel eine intelligente Verkehrssteuerung dabei, Emissionen zu senken, weshalb der Vergleich unpassend sei, schreibt das Magazin.
Gesellschaft
KI und Kunst: Der Algorithmus „AI Portraits Ars“ verwandelt Selfies in klassische Gemälde. Laut Heise haben Forscher des MIT eine zugehörige Web-App entwickelt. Nutzer könnten darüber Bilddateien hochladen, aus denen Kunstwerke entstünden. Der Algorithmus sei mit 45.000 klassischen Porträtgemälden trainiert worden. Allerdings bringt dieser Datensatz auch Probleme mit sich, wie Mashable berichtet: „The AI Renaissance portrait generator isn’t great at painting people of color.“
KI am Flughafen: Der Dubai International Airport ist nicht nur einer der verkehrsreichsten Flughäfen der Welt, sondern auch führend bei der Erforschung und Anwendung von KI, schreibt Forbes. Bis zum kommenden Jahr will der Flughafen seine Einwanderungsbeamten durch Künstliche Intelligenz ersetzen. Auch die Gepäckabfertigung, die Flugverkehrsüberwachung und den Bodentransport sollen künftig Algorithmen übernehmen.
Startups
Übernahme: Das Paderborner Unternehmen Dspace hat das Karlsruher Startup Understand AI gekauft, schreibt das Fachmagazin All-Electronics. Understand AI sei ein Technologieführer im Bereich KI mit Fokus auf die automatisierte Datenanalyse. Unter der neuen Führung solle sich das Startup mit den Kernaufgaben „Einsatz von Künstlicher Intelligenz“ und „cloudbasierte Werkzeuge“ beschäftigen.
Marketing
Kommentar: „Künstliche Intelligenz? Alles Unfug!“, schreibt Wirtschaftswoche-Kolumnist Thomas Koch. Zumindest im Marketing-Bereich sei KI nicht viel mehr als ein Buzz-Word. Das, was Marketer und Werber angeberisch KI nennen, sei nichts weiter als ein Algorithmus, bestenfalls Machine Learning. „Und nicht einmal das beherrschen wir wirklich". schreibt Koch.
Longread
Porträt: Der KI-Forscher Richard Socher zählt zu den wenigen Deutschen, die sich auf dem Gebiet der KI einen Namen gemacht haben, schreibt das Handelsblatt. Socher ist Chefwissenschaftler beim Cloud-Computing-Konzern Salesforce. Das Handelsblatt hat ein kurzes Porträt über den gebürtigen Dresdner veröffentlicht.
Mitarbeit: Steve Haak
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