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KI-Briefing.de - Ausgabe #4

Revue
 
 

KI-Briefing.de

19. Oktober · Ausgabe #4 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Guten Tag, eine gute Nachricht:
Deutschland ist das innovativste Land der Welt. Haben Sie das auch gelesen? Klingt unglaublich, sagt aber das Weltwirtschaftsforum. Gut, ich behaupte ja schon lange, dass Deutschland innovativer ist als oft angenommen. Aber gleich das INNOVATIVSTE Land? Das Weltwirtschaftsforum hat sich für die Erhebung unter anderem die Anzahl der angemeldeten Patente, wissenschaftliche Veröffentlichungen und die Zufriedenheit mit deutschen Produkten angesehen. Schon ist Deutschland auf Platz eins. Herzlichen Glückwunsch.
Leider sprechen wir hierzulande zu selten über den Ideenreichtum. Meint so ähnlich auch der Erfinder der KI-Technologie, die heute unter anderem auf Milliarden Smartphones zur Spracherkennung genutzt wird. Der deutsche KI-Forscher Jürgen Schmidhuber sagt in einem sehr lesenswerten Interview mit der Süddeutschen Zeitung: „Eines beherrschen die deutschen Firmen überhaupt nicht: Propaganda. Da sind die Amerikaner viel, viel besser.“
Ich teile seine Meinung. Deutschlands Unternehmen und Universitäten müssen besser werden, ihre Innovationsgeschichten und Digitalisierungserfolge zu erzählen. Und sie müssen mutiger sein und wissenschaftliche Exzellenz schneller in Produktentwicklung und Unternehmertum packen.
Ich wünsche Ihnen ein großartiges Wochenende, bleiben Sie schlau, und bitte: Machen Sie Propaganda für das KI-Briefing.de. Wir freuen uns über neue Leserinnen und Leser!
Herzliche Grüße,
Nikolaus Röttger
PS: Dieses Logo haben Sie gewählt
Vergangene Woche hatten wir Logo-Entwürfe zur Abstimmung gestellt, die der Algorithmus des österreichischen Startups Logoshuffle entworfen hatte. Die meisten Ihrer Stimmen erhielt dieser Entwurf. Wir haben den ursprünglich grauen Entwurf dann in rot bestellt.
Vom Computer entworfen, von Menschen ausgewählt, es ist: ein Logo.
KI in Zahlen
99 Prozent: Mit dieser Genauigkeit hat Googles Künstliche Intelligenz LYNA (Lymph Node Assistant) bei Tests Brustkrebszellen von gesunden Zellen unterschieden. Das schreibt Google in einer Mitteilung. Damit sei LYNA menschlichen Pathologen weit überlegen, die häufig kleine Metastasen übersehen. Venturebeat hat dazu einen Beitrag veröffentlicht.
Politik
Definition: Die Enquete-Kommission zur Künstlichen Intelligenz hat in dieser Woche das erste Mal getagt. In der Sitzung ging es um die Ausarbeitung von Handlungsempfehlungen im Umgang mit KI. Dabei sollten Grundbegriffe zur Definition im Vordergrund stehen. Ein Ergebnis: Der Begriff sei schwer zu beschreiben, „weil auch der Begriff der menschlichen Intelligenz kaum definiert sei“. Die Mitteilung des Deutschen Bundestages gibt es hier.
KI-Justiz: In Kalifornien könnte demnächst ein Algorithmus die Wahrscheinlichkeit bestimmen, ob ein auf Kaution freigelassener Angeklagter fliehen oder zum Verhandlungstermin erscheinen wird. Ein entsprechendes Gesetz, das Kautionssystem durch eine Software zu ersetzen, wurde von Gouverneur Jerry Brown unterzeichnet. Fastcompany berichtet über die Erneuerung des kalifornischen Justizsystems.
Wissenschaft
KI-Gehirne: Die Hirnforschung hat in den vergangenen Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Laut Moritz Helmstaedter sind wir bald soweit, dass sich Gehirn-Computer bauen lassen. Helmstaedter ist Managing Director am Max-Planck-Institut für Hirnforschung. In einem Interview mit der Technology Review erzählt er von der Entwicklung beim Deep Learning.
Forschung: Wie können wir KI menschlicher werden lassen? Damit beschäftigen sich Forscherinnen und Forscher weltweit. Fei-Fei Li ist eine davon. Auf einer Veranstaltung in San Francisco erklärte sie, warum die KI-Revolution unvollständig ist und warum wir darüber nachdenken sollten, wie sich intelligente Software an uns anpasst und nicht umgekehrt. Mehr dazu bei WIRED.com. 
Führungswechsel: Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz bekommt mit Jana Koehler erstmals eine Chefin. Der bisherige Leiter, Wolfgang Wahlster, will der Einrichtung „weiter verbunden bleiben“. Die FAZ berichtete diese Woche ausführlich über den Personalwechsel am DFKI.
Wirtschaft
KI-Hilfe: Die Arbeitslosenquote bei Menschen mit Behinderungen ist höher als beim Rest der Weltbevölkerung. Das können Künstliche Intelligenzen ändern, sagte Microsoft-Chef Satya Nadella WIRED.com. Menschen mit Behinderungen könnten künftig vollständig am Arbeitsleben teilhaben, so Nadella.
Gesellschaft
Entwicklungshilfe: Betelhem Dessie ist 19 Jahre alt und damit vermutlich eine der jüngsten hauptberuflichen Programmiererinnen Äthiopiens. Dessie hat bereits vier Anwendungen entwickelt. Darunter eine, die Flüsse kartiert, die für die Bewässerung genutzt werden. CNN schreibt über die junge Frau, die derzeit an einer technischen Lösung arbeitet, um gesellschaftliche Probleme in ihrem Land anzugehen. 
3D-Scanner: Gesichtserkennung funktioniert nicht nur bei uns, sondern auch bei Tieren. Genauer gesagt bei Fischen. Ein norwegisches Unternehmen hat einen 3D-Scanner entwickelt, der Lachse anhand von Flecken um Augen, Mund und Kiefer erkennen und unterscheiden kann. Wofür Fischzüchter diese Technologie künftig einsetzen könnten, hat Bloomberg vergangene Woche aufgeschrieben.
Buchauszug: Unter dem Titel „Der KI-Wahn“ hat Wirtschaftsprofessor Gary Smith ein Buch veröffentlicht, in dem er davor warnt, KI allzu sehr zu vertrauen. Die Gefahr bestehe darin, zu denken, dass Computer schlauer sind als wir, schreibt Smith. Deshalb sollten wir wichtige Entscheidungen nicht einer Software überlassen. Fastcompany hat einen Buchauszug veröffentlicht.
Longread
Demokratie: In unserem Longread-Tipp geht es ebenfalls um einen Buchauszug. Der preisgekrönte Autor Yuval Noah Harari geht in seinem neuen Werk „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“ unter anderem den Fragen nach, was mit uns passiert, wenn Künstliche Intelligenzen immer mehr Entscheidungen für uns treffen? Das wäre eine Gefahr für die Demokratie, schreibt er. Den ganzen Auszug lesen sie bei The Atlantic.
Mitarbeit: Steve Haak
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