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KI-Briefing.de - Ausgabe #34

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KI-Briefing.de

3. Juni · Ausgabe #34 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Liebe KI-Briefing.de-Leserinnen und -Leser,
im vergangenen Newsletter hatten wir auf eine KI hingewiesen, die die Mona Lisa zum Sprechen bringt. Eine lustige Spielerei, denkt man vielleicht leichtfertig. Dass die Möglichkeit, Videos zu manipulieren, echte Herausforderungen bringt, war fast zeitgleich zu beobachten, als ein Film der amerikanischen Politikerin Nancy Pelosi erschien. Sie spricht in dem Video langsam, wirkt betrunken. Das Video ist manipuliert und ein Vorgeschmack auf sogenannte Deepfakes – Videos, in denen Menschen Dinge in den Mund gelegt werden, die sie nie gesagt haben.
Das kann eine Herausforderung für Politik und Gesellschaft werden. Vor allem, wenn etwa Facebook sich wie in dem Pelosi-Fall weigert, das gefälschte Video zu löschen. Die Nutzer könnten ja selbst entscheiden, was sie für falsch oder echt halten, so die Argumentation. Youtube hingegen ließ das Video löschen.
Was können wir noch glauben? Die Technologie ist so weit fortgeschritten, dass ein einzelnes Foto reicht, um ein Deepfake-Video zu produzieren. Theoretisch reicht also ein Profilbild von einer Social-Media-Seite und schon könnten wir alle in gefälschten Filmchen zu sehen sein.
New Yorker Forscher haben diese Woche immerhin eine Echtheitsprüfung von Bildern mithilfe von KI vorgestellt, schreibt Science Daily. Dabei setzten die Wissenschaftler beim Fotografieren mit Hilfe eines neuronalen Netzwerks ein digitales Wasserzeichen in das Bild. An einer entsprechenden Lösung für Videos haben die Forscher noch nicht gearbeitet, berichtet WIRED, theoretisch sei dies allerdings auch machbar.
Es bliebe sowieso die Herausforderung, dass eine solche Sicherheitsfunktion in allerlei Kameras eingebaut werden müsste. Demnach ist eine schnelle Lösung für das Deepfake-Problem bisher nicht in Sicht.
Bleiben Sie also schlau, beste Grüße, Nikolaus Röttger
Politik
Kommentar: Deutschland liegt im weltweiten Vergleich beim Thema Künstliche Intelligenz immer noch zurück. Um „auf europäischer und globaler Bühne mitzugestalten, muss die Bundesregierung daher drei Aspekte ohne das so typisch deutsche Gezeter ausbauen“, schreiben drei KI-Experten in einem Gastartikel für Zeit Online. Einer der Ratschläge: die Schaffung einer unbürokratischen zentralen Instanz, die die Umsetzung von Zielen beobachtet und anpasst.
Wirtschaft
David Cameron: Der ehemalige britische Premierminister tritt dem Beirat des US-KI-Unternehmens Afiniti bei, berichtet unter anderem der Guardian. Afiniti entwickelt Software für Call Center, um deren Dienste durch Gesprächsanalysen zu verbessern, heißt es. Das Unternehmen bereite sich auf seinen Börsengang vor. Cameron soll künftig „für die Kuratierung und Überwachung der strategischen Leitlinien“ von Afiniti verantwortlich sein.
Kundenservice: Banken setzen KI-Lösungen unterschiedlich schnell ein. Das schreibt E-Bot7-Mitgründer- und CEO Xaver Lehmann in einem Gastartikel für „Der Bank Blog“. Direktbanken seien deutlich weiter beim Einsatz von KI-Anwendungen als Großbanken. Diese fingen erst jetzt an, sich mit den KI-Lösungen zu beschäftigen. Relevant sei vor allem der Kundenservice-Bereich. Dort könne KI dabei helfen, Anfragen effizienter zu lösen und somit die Kundenzufriedenheit zu steigern.
Wissenschaft
Deepmind: Die KI des Unternehmens schneidet im Computerspiel „Quake 3 Arena“ besser ab als menschliche Spieler, schreibt Spiegel Online. Demnach ließen die Deepmind-Forscher ihre Künstliche Intelligenz immer wieder gegen computergenerierte Gegner und Menschen antreten. Nach 450.000 Spielen im Modus “Capture the flag” habe die künstliche Intelligenz deutlich gesiegt.
Wettbewerb: Anfang Juli starten die Animal-AI-Olympics. Während des Wettbewerbs für KI-Systeme müssen Softwareagenten Tests bewältigen, die für Tiere entworfen wurden, schreibt der Deutschlandfunk. Das Ziel: “Neben Fortschritten bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz erwarten die Organisatoren auch Rückschlüsse, die für die Verhaltensforschung bei Tieren interessant sein könnten.”
Gesellschaft
Interviews: Was Trucker über autonome LKW denken, zeigt die US-Illustratorin Wendy MacNaughton in einem Artikel für die New York Times. Dazu hat sie US-Trucker befragt und deren Antworten und grafischen Abbilder in ihrem beeindruckenden Beitrag festgehalten. 
Sommerlektüre: Das US-Portal Marktechpost stellt Bücher zum Thema KI vor. Grundlage der Empfehlungen seien unter anderem Kritiken bei Amazon und Social-Media-Erwähnungen. Unter den Empfehlungen ist auch das Buch “How to Create a Mind: The Secret of Human Thought Revealed” des bekannten Futuristen Ray Kurzweil.
Startups
Textanalyse: Ein finnisches Startup lässt Gefängnis-Insassen Texte über Unternehmen auswerten, um einen Algorithmus zu trainieren. Laut Heise werfen Kritiker dem Unternehmen vor, die Häftlinge auszubeuten. Die finnische Gefängnisbehörde findet dagegen, dass die Kooperation für die Gefängnisinsassen eine Möglichkeit zur Weiterbildung sei.
Tipps für Gründer: Was brauchen Unternehmer, die ein Deep-Learning-Startup in Europa gründen wollen? Zuerst ein Problem und Lösungsansätze, erst dann folge die technische Ausstattung, schreibt Navee-Gründer Oliver Behr in einem Beitrag für Medium. Behrs Startup sitzt in Paris und entwickelt erfolgreich ein Bildanalyse-Tool zum Erkennen von Betrugsfällen im Netz. In seinem Artikel beschreibt er weitere Voraussetzungen für die Gründung eines KI-Startups.
Analyse: Das E-Commerce-Unternehmen Jumia – eine Rocket-Beteiligung –ist das prominenteste Beispiel für die rasant wachsende Startup-Szene in Afrika, schreibt Techcrunch. 442 aktive Tech Hubs und Inkubatoren seien auf dem Kontinent angesiedelt. In einem Exklusiv-Artikel, der sich hinter einer Bezahlschranke befindet, beschäftigt sich das Nachrichtenportal mit der Gründung von Unternehmen, den Aufbau digitaler Kompetenzen, Veranstaltungen und IT-Aktivitäten auf dem Kontinent.
Mitarbeit: Steve Haak
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