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KI-Briefing.de - Ausgabe #15

Revue
 
 

KI-Briefing.de

11. Januar · Ausgabe #15 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Liebe Leserinnen, liebe Leser
mir ist diese Woche wieder dieser Tweet vom April 2018 eingefallen. Es ist ein Screenshot der Banking-App N26, deren KI eine Überweisung ans Finanzamt als Freizeit und Unterhaltung kategorisierte:
Kathrin Passig on Twitter: ""Wie setzt N26 künstliche Intelligenz ein? Ausgaben werden mithilfe von Tags in verschiedene Kategorien eingeteilt ..." @n26, mit dieser künstlichen Intelligenz müsste man eventuell noch mal über ihre Vorstellung von Freizeit, Unterhaltung und Wochenende reden.… https://t.co/MsaCOu33U0" Kathrin Passig on Twitter: ""Wie setzt N26 künstliche Intelligenz ein? Ausgaben werden mithilfe von Tags in verschiedene Kategorien eingeteilt ..." @n26, mit dieser künstlichen Intelligenz müsste man eventuell noch mal über ihre Vorstellung von Freizeit, Unterhaltung und Wochenende reden.… https://t.co/MsaCOu33U0"
Ich fand den Tweet lustig, denn ich bin selbst schon oft genug an automatischen Kategorie-Vorschlägen von Computerprogrammen verzweifelt. Und vielleicht gibt es auch jemanden, für die oder den das Finanzamt wirklich Freizeit ist.
Aber dieser Tweet soll nicht darüber hinweg täuschen, dass die Finanzierungsrunde, die das Berliner Bank-Startup N26 diese Woche verkündet hat, ein Meilenstein ist. Sowohl für die Gründer, die mit den 260 Millionen Euro Risikokapital weiter investieren und in die USA expandieren können. Als auch für das Startup-Ökosystem hierzulande insgesamt, das nun ein Finanz-Startup hat, das mehr als 2 Milliarden Euro wert ist. Die Botschaft dahinter: Technologie plus Unternehmertum, das geht auch hier. Das ist das vielleicht wichtigste Zeichen für andere Gründer, Programmierer, Forscher und Investoren weltweit.
Bleiben Sie schlau, ein schönes Wochenende,
Nikolaus Röttger
PS. Ich habe hier schon oft über China, KI und das Scoring-System geschrieben: In einem sehr langen Artikel geht die Zeit diese Woche der Frage nach, warum Chinas Bürger nichts gegen die Überwachung unternehmen oder das System sogar gut finden. Eine Antwort: Es verspricht finanzielle Verlässlichkeit. Hier geht es zu meinem persönlichen Lesetipp der Woche, für den man allerdings ein Abo haben oder bezahlen muss.
KI in Zahlen
20 Qubit: So leistungsfähig ist der erste kommerziell nutzbare Quantencomputer kommt von IBM. Der Konzern hat seinen Q System One auf der CES vorgestellt. In Las Vegas hat IBM außerdem seine KI-Streitsoftware Project Debater erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Mehr dazu gibt es unter anderem beim Handelsblatt.
Wirtschaft
Weiterbildung: Der Bitkom appelliert an die Bundesregierung, mehr Geld in die Aus- und Weiterbildung von IT-Fachkräften zu investieren. “Die Digitalisierung ist ein zugkräftiger Job-Motor”, heißt es in einer Mitteilung des Branchenverbandes. Mehr und bessere digitale Bildung sei der Schlüssel zum digitalen Erfolg. Laut einer Bitkom-Studie waren Ende vergangenen Jahres 82.000 Stellen für IT-Experten hierzulande unbesetzt.
Interview: “Es ist ein bisschen Folklore, dass die Chinesen uns überholt haben”, sagt der Geschäftsführer des Deutschen Forschungzentrums für KI in Kaiserslautern, Wolfgang Wahlster, dem Manager Magazin. Die Chinesen haben laut Wahlster zwar aufgeholt und seien in Spezialgebieten sehr gut. Aber überholt hätten sie uns in den für unsere Exportschlager wichtigen Bereichen noch lange nicht.
Meinung: “Der Mensch und keine KI werden uns von Fake-News befreien”, schreibt Primer-CEO Sean Gourley in einem Gastbeitrag für WIRED UK. Als Hauptproblem sieht er die Filtersysteme in sozialen Netzwerken, die anfällig für gefälschte Informationen seien. Um dagegen anzugehen, sollten wir intelligentere Algorithmen entwerfen.
Unternehmen: Intel und Facebook arbeiten an einem günstigen KI-Chip für Firmen. Das schreibt die MIT Technology Review. Der Chip soll so effizient sein, dass weniger Hardware und Energie für die Berechnung der Algorithmen zur Verfügung stehen müsse. Intel werde den Chip im Laufe dieses Jahres anderen Unternehmen zur Verfügung stellen.
Sprachassistent: Der britische Fahrradhersteller Cybic stattet seine Bikes mit Alexa aus. Das schreiben die Kollegen von Mobilegeeks. Per Spracheingabe lasse sich unter anderem das Licht am Fahrrad ein- oder ausschalten oder Verkehrsinfos abrufen. Das Mikro sei am Lenker untergebracht.
Wissenschaft
Medizin: Forscher haben eine KI entwickelt, die anhand von Porträtfotos von Kindern seltene Erbkrankheiten erkennen kann. Das schreibt SPON und beruft sich auf einen Artikel im Fachblatt “Nature Medicine”. Die Software DeepGestalt liefere zwar nur eine Liste von Verdachtsdiagnosen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Gendefekt dabei sei, habe während Tests bei etwa 90 Prozent gelegen.
Startups
Kapital: Das chinesische KI-Startup SenseTime bereitet sich auf eine neue Finanzierungsrunde vor. Das berichtet Bloomberg. SenseTime wolle in diesem Jahr rund zwei Milliarden US-Dollar einnehmen. Bereits jetzt ist das Unternehmen das wertvollste KI-Startup. Im vergangenen Jahr wurde SenseTime mit 3 Milliarden US-Dollar bewertet. Das Startup hat sich auf Gesichts- und Bilderkennung spezialisiert.
Kultur
Besprechung: Künstliche Intelligenz sei die Konkurrenz für unsere Dummheit, schreiben der Philosoph Julian Nida-Rümelin und Nathalie Weidenfeld in ihrem Buch “Digitaler Humanismus. Eine Ethik für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz.”. Der Tagesspiegel hat das Buch rezensiert. In zwei Fällen experimentierten die Autoren mit KI-Maschinen. Die Ergebnisse seien unfreiwillig komisch bis grotesk.
Longread
Kommentar: Wer KI-Programme ohne allgemeinverbindliche ethische Standards in unseren Alltag implementiert, werde uns früher oder später einem digitalen Orakel unterwerfen, schreibt der Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar in einem Gastbeitrag der FAZ. Deshalb fordert er einen “ständigen ethischen Prozess auf der Basis klarer gemeinsamer Werte”. Sonst werde am Ende nämlich die Maschine über unser Schicksal bestimmen.
Mitarbeit: Steve Haak
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