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KI-Briefing.de - Ausgabe #14

Revue
 
 

KI-Briefing.de

4. Januar · Ausgabe #14 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Hallo im Jahr 2019.
Dass uns Software plötzlich Befehle gibt, ist ja eine der größten Sorgen, die viele vor Künstlicher Intelligenz haben: Würden Sie Maschinen gehorchen?
Ich tue es bereits. Ist mir in der vergangenen Woche wieder aufgefallen. Ich fahre von der Autobahn ab, wenn die KI von Google Maps mir einen schnelleren Weg am Stau vorbei vorschlägt. Und ich lasse mir beim Lauftraining von einer App sagen, wann ich wie schnell laufen soll: „Next interval: Run at a comfortable pace“.
Dass wir alle auf kleine Computerprogramme hören, ist inzwischen fast selbstverständlich. Wir vergessen manchmal, wie komisch das vor wenigen Jahren noch gewesen wäre. Plötzlich ist die neue Technologie da. So werden auch am Ende dieses Jahres 2019 Dinge selbstverständlich sein, die uns heute noch komisch vorkommen. Um mit der rasanten Entwicklung mithalten zu können, müssen auch wir schneller werden. „Run at a comfortable pace“ ist für das Intervall 2019 vermutlich zu langsam.
Bleiben Sie schlau und einen guten Start in das neue Jahr,
Ihr Nikolaus Röttger
KI in Zahlen
340 Milliarden: So viele US-Dollar soll der Einzelhandel mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz einsparen können. Das ist das Ergebnis einer weltweit durchgeführten Studie des französischen Beratungsunternehmens Capgemini. Grundvoraussetzung für die Einsparungen sei es, dass Händler ihre KI-Bemühungen auf mehr Bereiche als bisher ausweiteten.
Gesellschaft
KI-Rückblick: Der britische Guardian blickt in einem Editorial auf das KI-Jahr 2018. Dabei sind Errungenschaften wie der Algorithmus der Google-Tochter Deep Mind, der sich selbst Go-Spielen beigebracht hat “ein wichtiger Meilenstein im Fortschritt des intelligenten Lebens auf diesem Planeten”, schreibt die britische Zeitung; aber auch Rückschläge (Bilderkennung ist relativ leicht auszutricksen).
Kunstprojekt: Die Künstlerin Etsuko Ichihara lässt Verstorbene als Roboter weiterleben: Eine digitale Gesichtsmaske der Toten wird mittels 3D-Druck produziert und auf einen humanoiden Roboter gesetzt. Stimme und Gesten der Toten sind zu Lebzeiten aufgezeichnet worden. Nach 49 Tagen Trauerbegleitung verabschiedet sich der Roboter allerdings wieder. Hier geht’s zum Video bei Zeit Online.
Waymo: Fast zwei Dutzend Angriffe auf fahrerlose Autos haben die Behörden in der Kleinstadt Chandler in Arizona in den vergangenen zwei Jahren registriert. Wie Golem.de unter Berufung auf einen Artikel der New York Times schreibt, hätten die Angreifer Reifen zerstochen und Steine auf die Autos geworfen. In Chandler testet die Alphabet-Tochter Waymo ihre autonomen Fahrzeuge.
Forschung
KI-Sieger: Eine KI der Tencent-Entwickler hat ein Team der besten Spieler im Echtzeit-Strategiespiel Arena of Valor geschlagen. Das chinesische Unternehmen veröffentlichte die Ergebnisse in einem Paper. Die KI mit dem Namen Juewu orientiere sich an daran, wie menschliche Spieler strategische Entscheidungen treffen, heißt es in einem Artikel bei Syncedreview.
Förderprogramm: Eine Milliarde britische Pfund will Großbritannien zur Erforschung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz ausgeben. Bereits in diesem Jahr werde die Förderung erste Früchte tragen, schreibt die Informatik-Professorin der Southampton-Universität, Wendy Hall, in einem Gastbeitrag für WIRED UK.
Ausblick: Künstliche Intelligenz wird in diesem Jahr eine noch größere Rolle spielen als in den Jahren zuvor. Das schreibt WIRED-UK-Redakteurin Emma Byrne in einem Artikel. “Im kommenden Jahr wird sich auch verändern, wie wir über KI sprechen.” Vor allem ethische Fragen würden auf uns zukommen, schreibt Byrne.
Wirtschaft
Arbeitspsychologie: Künstliche Intelligenzen sind eine Gefahr für die Arbeitswelt. Das sagt der Psychologe Michael Kastner in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. KI sei unüberschaubar und fehlerbehaftet und habe das Potenzial, die Welt ins Verderben stürzen. Als Beispiel nennt Kastner das Social Credit System in China. „Das ist absolute soziale Kontrolle per KI.“ Eine Welt, in der Algorithmen entscheiden, habe der Mensch nicht mehr im Griff.
Startups
Bestseller: Das Hamburger Startup Qualifiction hat einen Algorithmus für die Verkaufschancen von Romanen entwickelt. Das schreibt die Süddeutsche. „Verlage sollen damit prüfen können, ob sie einen potenziellen Gewinnbringer in der Schublade haben, und Autoren, ob in ihnen ein neuer Dan Brown schlummert.“ Bestseller könne die Software mit einer Trefferquote von 77 Prozent vorhersagen. Gründerszene hatte bereits im Oktober über das Startup berichtet. Den Beitrag finden Sie hier.
Longread
Fortschritt: Unter der Überschrift „Warten auf die Intelligenzexplosion“ hat NZZ-Autor Stefan Betschon einen unterhaltsamen Beitrag zum aktuellen Stand von KI geschrieben. Dabei zitiert er unter anderem Aussagen des Informatikers Alan Turing und geht der Frage nach, wann Maschinen so wie wir denken können: Wie lässt sich KI-Fortschritt messen? Hier geht’s zum kompletten Artikel.
Mitarbeit: Steve Haak
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