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Ausgabe #9: Seien Sie mutig!

Revue
 
 

KI-Briefing.de

23. November · Ausgabe #9 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Hi KI-Friends und Follower.
Wir müssen dringend aufholen im Bereich KI und der Digitalisierung. Wir müssen uns positionieren gegenüber den USA und China. Wir brauchen einen europäischen KI-Weg.
Nur wie anfangen? Das fragte ich so ähnlich am Montagabend auf der Futura-Konferenz des SPIEGEL (Motto: „Aufwachen, Europa!“) die ersten Gäste, die ich traf: Höhle-der-Löwen-Investor Frank Thelen und Hamburgs Kultur- und Mediensenator Carsten Brosda. Sie waren beide Redner am Vorabend der Konferenz vor rund 200 Gästen im SPIEGEL-Haus; ich durfte den Abend moderieren und wollte zuletzt wissen: Was müssen wir denn nun tun?
„Machen, machen, machen", zitierte Frank Thelen das Buch der Mymuesli-Gründer. Traut euch, denkt groß, legt los! Brosda: Mit kleinen Schritten schnell vorwärts gehen! Loslegen! Weiter optimieren!
Auch nur Startup-Poster-Sprüche, dachte ich zuerst. Andererseits aber, stimmt ja: Uns bleibt gar nichts anderes übrig, als endlich mal anzufangen. Wir brauchen dringend mehr Unternehmertum im Bereich KI. Wir brauchen mehr Risikokapital. Wir brauchen für Forscher eine bessere Gehaltsstruktur, damit Universitäten hierzulande mit internationalen Konzernen konkurrieren können. Die KI-Strategie der Bundesregierung, die ich vergangene Woche hier lobte, darf nur ein Anfang sein. Wir müssen raus aus unserer Gemütlichkeit, rein in die Zukunftsgestaltung. Wir brauchen, was auch alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz bei einer spontanen Umfrage am wichtigsten fanden: Mut!
Darum: Seien Sie mutig, bleiben Sie schlau, legen Sie los.
Happy weekend, Ihr Nikolaus Röttger
KI in Zahlen
53 Prozent: So viele Menschen wissen hierzulande, was der Begriff Künstliche Intelligenz bedeutet. Das schreibt die FAZ in einem Artikel und beruft sich auf eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact. Immerhin: “Selbst lernende Roboter sehen zwei Drittel der Befragten als eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit von Künstlicher Intelligenz.” Weitere Ergebnisse der Umfrage gibt es hier.
Politik
Sicherheit: Das US-Handelsministerium hat Vorschläge zur Ausfuhrkontrolle von KI-Technologien aus dem Land veröffentlicht. Das berichtet das Onlineportal Quartz. In dem Papier werden KI-Bereiche genannt, für die bei einem Export eine Lizenz benötigt werden soll. Neben Computer Vision, Natural Language Processing werden auch Militärprodukte wie adaptive Tarnung und Faceprint für die Überwachung aufgeführt. Hier gibt es das Dokument als PDF.
Wirtschaft
Übernahme: Blackberry hat in dieser Woche die Cybersecurity-Firma Cylance für 1,4 Milliarden US-Dollar gekauft. Das berichtet unter anderem t3n unter Berufung auf eine Reuters-Meldung. Cylance habe sich auf künstliche Intelligenz, Maschinenlernen und der Abwehr von Cyberangriffen spezialisiert. Blackberry-CEO John Chen sehe in der Cylance-Übernahme eine sofortige Bereicherung für das gesamte Produktportfolio, schreibt t3n.
Paketfluss: Das Logistikunternehmen UPS hat eine KI-gestützte Plattform entwickelt, um Sendungen pünktlich abliefern zu können. Mit Hilfe der Analyse-Plattform Network Planning Tools (NPT) können Lieferungen über das gesamte Abhol- und Zustellnetz des Unternehmens verfolgt und an Verteilzentren mit der größten Kapazität weitergeleitet werden. Das Unternehmen will dadurch 100 bis 200 Millionen US-Dollar pro Jahr einsparen. Mehr dazu in der MIT Technology Review.
Recherche: Das Onlineportal Quartz will Journalisten und Nachrichtenagenturen beim Thema KI briefen. Das sogenannte Quartz AI Studio soll Redaktionen dabei unterstützen, zum Beispiel eigene Bots für die Recherche entwickeln zu können. Damit könnten dann Daten analysiert werden. Dazu will die Quartz-Redaktion unter anderem Anleitungen und Open-Source-Code veröffentlichen. Quartz AI Studio wird von der Non-Profit-Organisation Knight Foundation mit 249.000 US-Dollar unterstützt. Hier geht es zur Ankündigung.
KI-Anwendungen: Das zur Linux Foundation gehörende LF Deep Learing hat das erste Release seines Acumos-AI-Projekts veröffentlicht. Das berichtet Heise in einem Artikel. Mit Acumos AI sei es möglich, Machine-Learning-Anwendungen zu erstellen und zu verteilen. Somit ließen sich KI-Anwendungen sowohl innerhalb der Cloud als auch im Rechenzentrum verwenden. Das Projekt soll den Einsatz von Machine Learning standardisieren.
Wissenschaft
Fahrzeuge 1: Autonome Autos können einen Stau vermeiden. Das fanden laut Spektrum Forscher der University of California in Berkeley heraus. Staus entstünden, “weil Autofahrer zu schnell unterwegs sind, zu wenig Abstand halten und darum stärker bremsen als nötig”, schreibt das Magazin. Das würden KI-gesteuerte Autos vermeiden. Deshalb ließen sich bereits durch einen geringen Anteil an autonomen Fahrzeugen solche Staus verhindern.
Fahrzeuge 2: Bevor eine KI selbstständig eine Auto steuern kann, muss sie unsere Welt verstehen. Das sagt KI-Entwickler Sepp Hochreiter In einem Interview mit WIRED Germany. “Im Grunde bräuchte man dafür eine Art Fahrschule für Autos, zum Beispiel Hallen, in denen Gefahrensituationen nachgestellt werden.” Hochreiter leitet das Institut für Machine Learning der Universität Linz und entwickelt unter anderem gemeinsam mit Audi KIs für autonomes Fahren. Hier gibt es das komplette Interview.
Gesellschaft
Superschlau: Künstliche Intelligenz wird uns nicht umbringen, sondern unser Leben besser machen. Das sagt KI-Forscher Toby Walsh in einem Interview mit WIRED Germany. “Die Maschinen, die wir heute bauen und in Zukunft bauen werden, entscheiden nicht plötzlich, den Planeten zu übernehmen”, so Walsh. Sorgen sollten wir uns dagegen nicht um superschlaue, sondern um dumme KI. Das ganze Interview können Sie hier nachlesen.
Namensänderung: Aus NIPS wird NeurIPS. Nach einem Community Voting ist der sexistisch klingende Name der KI-Konferenz in Montreal nun geändert worden. Wir hatten in Ausgabe 6 des KI-Briefings über die Debatte berichtet. Nach der letztjährigen Veranstaltung gab es heftige Kritik wegen des Namens, nachdem Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung bekannt wurden. “In einem bereits so stark von Männern dominierten Bereich fühlen sich viele Frauen mit diesem Namen unwohl, der oft grobe Witze hervorruft und die Tür für Belästigungen öffnet”, schreibt Medium.com in seinem Beitrag.
Longread
KI-Kunst: Nachdem bei Christie’s ein KI-Kunstgemälde für mehr als 400.000 US-Dollar verkauft wurde, wollte WIRED.com-Autor Tom Simonite sein eigenes Bild entwerfen. Es hat Tage gedauert, bis er mit Hilfe eines Künstlers, einer Datenbank und dem Code eines 19-jährigen ein einigermaßen akzeptables Ergebnis erzielte. Seine Erfahrungen als KI-Künstler schildert er in diesem Beitrag.
Mitarbeit: Steve Haak
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