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Achtung, Weltverbesserer!

Revue
 
 

KI-Briefing.de

7. Dezember · Ausgabe #11 · Im Browser ansehen
Bleiben Sie schlau: Hier ist Ihr wöchentliches KI-Briefing.de mit News und Analysen zum Thema Künstliche Intelligenz

Lasst uns die Welt verbessern.
Ich sitze am Flughafen in Helsinki, es ist Mittwochabend, zwei Tage Slush-Konferenz liegen hinter mir. Die Slush ist eine der wichtigsten Startup-Veranstaltungen in Europa mit rund 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ich war das erste Mal dort und bin beeindruckt. Während die Politik hierzulande Anfang der Woche ergebnislos über die Digitalisierung der Schulen diskutierte, war in den Messehallen in Helsinki ein Geist des Aufbruchs zu spüren.
Ich traf bei einem Workshop (zur Transparenz: den ich für Porsche und WIRED moderierte) auf herausragende europäische Startups, die die Mobilität revolutionieren wollen, darunter Rimac, Mapbox, Roborace, High Mobility, Wayray, Chargetrip. Der Wagniskapitalgeber Atomico und Diversity.vc präsentierten ein Toolkit, mit dessen Hilfe Entrepreneure mehr Diversität und Inklusion in ihre Unternehmen bekommen (ist auch dringend notwendig, s.u. die Meldung zur neuen Atomico-Studie „State of European Tech“). Ich sprach Ingenieure, die neuartige Speicherlösungen für Öko-Strom erfinden, und lernte beim Side-Event von Futur.io Menschen kennen, die mit Hilfe von AI und Tech die Bildung verbessern und das Klima retten wollen. Auf der Slush selbst gab es aus Klimagründen in der Haupt-Kaffee-Area nur Hafermilch zum Kaffee. Wasser wurde nicht in Plastikflaschen verkauft, sondern gab es als aufgesprudeltes Leitungswasser kostenlos in Glaskaraffen. An jeder zweiten Ecke standen Recycling-Mülltonnen, Volunteers erklärten den internationalen Gästen geduldig, wie Mülltrennung funktioniert.
So viel Weltverbesserungswille steckt an. Ich war selten so gut gelaunt nach einer Tech-Konferenz: Vielleicht können wir mit Hilfe von Technologie und der richtigen Haltung die Welt doch zu einem besseren Ort machen, denke ich, als ich in den Flieger nach Berlin steige.
Bleiben Sie schlau, herzliche Grüße,
Nikolaus Röttger
KI in Zahlen
8000: So viele Bücher kann eine selbst lernende Bewerbersoftware von IBM in einer Minute lesen. Das schreibt die Süddeutsche in einem Artikel mit der Überschrift “Wenn der Computer Nein sagt”. Ein Algorithmus helfe Unternehmen dabei, Bewerber auszusortieren, die die zuvor programmierten Einstellungskriterien nicht erfüllen. Die Vorstellungsgespräche dagegen führe man fast immer noch ausschließlich mit Menschen.
Politik
Kommentar: Um Künstliche Intelligenz sollte es beim Digital-Gipfel der Bundesregierung Anfang der Woche gehen. “Doch die Bundeskanzlerin etwa mied in ihrer Keynote den Terminus ebenso wie das Thema überhaupt”, schreibt Kollege Dirk Peitz in seinem Artikel auf ZEIT ONLINE. Stattdessen habe sie lieber über die Einführung von 5G in Deutschland gesprochen. Den ganzen Kommentar finden Sie hier.
Wirtschaft
Wettbewerb: Der Stuttgarter Maschinenbauer Trumpf hat bei KI zur Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Regierungen gemahnt - auch über Grenzen hinweg. Das schreibt Heise in einem Artikel und beruft sich auf eine Meldung der dpa. Andernfalls zögen Länder wie die USA und China davon. Künstliche Intelligenz sei kein Job-Killer, sondern ein konsequenter Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und den Wohlstand abzusichern, sagte Trumpf-Entwicklungsleiter Thomas Schneider. Den kompletten Artikel finden Sie hier.
Gewinne: Auch die Gewerkschaften machen sich für den Einsatz von KI stark. In einem Strategiepapier hat Verdi als erste Gewerkschaft in Deutschland einen konkreten Forderungskatalog für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt aufgestellt. Laut Handelsblatt gehöre zu den 14 Kernpunkten eine Verteilung der Gewinne, die aus dem Einsatz von KI resultieren. “Die Gelder sollen etwa genutzt werden, um die sozialen Sicherungssysteme zu stärken.” Mehr dazu gibt es hier.
Auszeichnung: Der selbstfahrende Lieferroboters YAPE ist mit dem German Design Award 2019 ausgezeichnet worden. Das berichtet Techfieber.de. Das von der Yape GmbH entwickelte Fahrzeug habe sich in der Kategorie der Utility Vehicles“ gegenüber internationalen Produkten für Industrie und Logistik behaupten können. Yape sei das erste selbstfahrende Elektrofahrzeug für Lieferungen im urbanen Bereich, das vollständig in Italien entwickelt und hergestellt wurde. Den vollständigen Artikel gibt es hier.
YAPE, il sistema di consegne a domicilio a guida autonoma
Startups
Studie: Die Startup-Branche wächst, hat der neue Report State of European Tech des Wagniskapitalgebers Atomico und der Anwaltskanzlei Orrick ergeben. Doch die Tech-Szene hat immer noch Diversitätsproblem, wie Gründerszene aus dem Report berichtet. Die Studienmacher versuchen selbst etwas zu ändern: Atomico- und Skype-Gründer Niklas Zennström und Diversity.vc-Gründerin Check Warner präsentierten auf der Slush Inclusion in Tech ein Toolkit für mehr Diversität und Inklusion in Unternehmen.
Umweltschutz: Das Münchner Startup HawaDawa will mit KI gegen die Luftverschmutzung vorgehen. Laut WIRED Germany setzt das Unternehmen auf eine Künstliche Intelligenz, die Daten von Messstationen und Satelliten sowie Wetterinformationen auswertet und Handlungsempfehlungen gibt. Mit der Entwicklung ihres Systems seien die Gründer des bayerischen Startup sogar auf die Liste der 35 innovativsten Köpfe Europas gekommen, die das MIT erstellt.
Wissenschaft
KI-Kunst 1: Künftig könnten digitale Spielewelten von Künstlichen Intelligenzen gestaltet werden. Der Grafikkartenhersteller NVIDIA hat zusammen mit dem MIT ein Deep-Learning-Netzwerk entwickelt, das Videoaufnahmen in Computergrafiken umwandelt. Das KI-System könnte eingesetzt werden, um dreidimensionale Trainingsumgebungen für autonome Fahrzeuge zu erzeugen, schreibt WIRED in einem Artikel.
Studie: “In Deutschland wird an weit mehr Orten an Künstlicher Intelligenz geforscht als bisher bekannt.” Das schreibt das Handelsblatt diese Woche und beruft sich auf eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW). Demnach gebe es an 26 Hochschulen sowie an je einem Fraunhofer- und Max-Planck-Institut insgesamt 46 Forschungsstätten. Die Zahl der KI-Startups betrage sogar 164.
Sicherheit: Die Beliebtheit von Kryptowährungen hat auch viele Scams hervorgebracht. Forscher haben einen Algorithmus entwickelt, der diese vermeintlichen Pump and Dump Coins erkennt. Das schreibt die MIT Technology Review. Für ihre Arbeit haben die Sicherheitsexperten sich mit der Funktionsweise der Betrugsmaschen auseinandergesetzt.
KI-Kunst 2: Wissenschaftler haben einer Software per KI beigebracht, Ölgemälde zu fälschen. Das schreibt Spiegel Online. “Die Kunstwerke kommen aus dem 3D-Drucker und sollen eines Tages so täuschend echt aussehen, dass sie sogar in einem Museum ausgestellt werden können.” Außerdem könnten die Bilder eines Tages so günstig hergestellt werden, dass Kunstliebhaber sich ein Exemplar ausdrucken können.
Medizin
Medikamente: Deepmind hat einen Algorithmus entwickelt, der die dreidimensionale Form von Proteinen besser voraussagen kann, als alle anderen Computerprogramme. Das schreibt WIRED Germany in einem Artikel. Die Entwickler versprächen sich davon deutliche Fortschritte bei der Produktion neuer Medikamente. “Die Proteinformung von AlphaFold basiert auf zwei unterschiedlichen neuronalen Netzen und kommt ohne vorher bekannte Proteine als Modell aus.”
Mitarbeit: Steve Haak
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